Bei einer arbeitnehmerfinanzierten bKV schließt der Arbeitgeber einen Gruppen- oder Rahmenvertrag, die Beschäftigten zahlen den Beitrag selbst. Zahlen sie den vollen Beitrag aus ihrem Netto, bleibt nach dem Wortlaut von § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG kein Vorteil übrig, der auf die monatliche 50-Euro-Freigrenze angerechnet würde; eine ausdrückliche Aussage von BMF oder BFH dazu fehlt, es ist eine Einschätzung. Damit ist sie der naheliegende Weg, wenn Tankkarte oder Gutscheine die 50 Euro bereits ausschöpfen, denn eine zusätzliche arbeitgeberfinanzierte bKV macht dann den gesamten Monatsbetrag steuer- und beitragspflichtig. Belegt ist das Modell unter anderem bei Signal Iduna, Münchener Verein, Barmenia, DKV, Continentale, SDK und Nürnberger (Stand 22.10.2026).
Was ist eine arbeitnehmerfinanzierte bKV?
Eine arbeitnehmerfinanzierte bKV ist eine betriebliche Krankenversicherung, die der Arbeitgeber organisiert und die Beschäftigten selbst bezahlen. Der Arbeitgeber schließt einen Gruppen- oder Rahmenvertrag, die Beschäftigten entscheiden einzeln über die Teilnahme. Bei der Continentale bleibt der Arbeitgeber Versicherungsnehmer und der Beschäftigte zahlt, bei Signal Iduna und SDK wird der Beschäftigte selbst Versicherungsnehmer.
Der PKV-Verband nennt die bKV „meist auch“ arbeitgeberfinanziert. Seine Statistik von rund 60.000 Unternehmen (Ende 2025) zählt nur Arbeitgeber, die die Beiträge vollständig tragen; wie viele Betriebe eine arbeitnehmerfinanzierte bKV anbieten, ist nicht bekannt.
| Modell | Wer zahlt | Wirkung auf die Freigrenze | Einstufung |
|---|---|---|---|
| Arbeitgeberfinanziert | Arbeitgeber, zusätzlich zum Lohn | voller Beitrag zählt mit | belegt (BFH VI R 13/16) |
| Mischfinanzierung | Arbeitgeber einen Teil, Beschäftigte den Rest | nur der Arbeitgeberanteil zählt mit | Wortlaut belegt, Anwendung auf die bKV Einschätzung |
| Arbeitnehmerfinanziert | Beschäftigte, voller Beitrag aus dem Netto | kein anrechenbarer Vorteil | Einschätzung |
| Kombi-Modell | Arbeitgeber die Basis, Beschäftigte die Aufstockung | nur die Basis zählt mit | Einschätzung |
Warum die arbeitnehmerfinanzierte bKV so stark ist
Beschäftigte erhalten Zugang zu Gruppentarifen, und dein Spielraum in der Freigrenze bleibt unangetastet. Dafür bezahlen sie den Schutz selbst: Die Variante ersetzt keinen Benefit, sie ergänzt deine bestehenden Leistungen.
- Gruppenkonditionen: Die Nürnberger nennt auch bei arbeitnehmerfinanzierter bKV „günstigere Beiträge und sofortigen Versicherungsschutz“, die DKV günstigere Beiträge als bei Einzelversicherungen, die SDK Gruppenkonditionen ab fünf Personen (jeweils laut Anbieter).
- Vereinfachte Annahme, wo belegt: Münchener Verein verzichtet in den ersten drei Monaten auf eine Gesundheitsprüfung, auch für Angehörige. Die Continentale nimmt Aufstockungen innerhalb von drei Monaten ohne Gesundheitsprüfung und Wartezeiten an. Die SDK verzichtet nur bei einheitlichem Umfang, einheitlichem Beginn und einer Mindestdurchdringung auf Gesundheitsfragen.
- Keine Belastung der 50-Euro-Grenze: Der selbst bezahlte Beitrag erzeugt nach dem Gesetzeswortlaut keinen Vorteil (Einschätzung).
- Kaum Kosten für dich: Du organisierst den Rahmen, die Beiträge tragen die Beschäftigten. Die DKV schreibt Arbeitgebern zu ihrem Rahmenvertrag: „Ihnen entstehen keine Kosten“.
- Angehörige und Fortführung: Alle genannten Anbieter öffnen die Tarife für Angehörige, mehrere regeln eine Fortführung nach dem Ausscheiden. Fristen und Zahler je Versicherer: Angehörige in der bKV.
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Anfrage vorbereitenSachbezug schon voll: was eine zusätzliche bKV vom Arbeitgeber auslöst
Die 50 Euro nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG sind eine Freigrenze, kein Freibetrag. Alle Sachbezüge eines Kalendermonats werden zusammengerechnet (R 8.1 Abs. 3 LStR), und Tankkarten oder Tankgutscheine einer Tankstellenkette zählen ausdrücklich dazu (BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Rn. 11). Wird sie überschritten, entfällt die Steuerfreistellung „insgesamt“ (BFH VI R 13/16, Rn. 20), und über § 3 Abs. 1 Satz 4 SvEV wird der gesamte Betrag auch beitragspflichtig.
Beispiel mit Annahmewerten, keinem Versicherer zugeordnet: Jeder Beschäftigte erhält bereits eine Tankkarte über 50 Euro im Monat zusätzlich zum Lohn, ein bKV-Tarif kostet angenommen 30 Euro im Monat.
| Variante | Wer zahlt die bKV | Sachbezüge für die Freigrenze | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| A: arbeitgeberfinanziert | Arbeitgeber 30 Euro | 80 Euro | Grenze überschritten, alle 80 Euro steuer- und beitragspflichtig, auch die Tankkarte |
| B: arbeitnehmerfinanziert | Beschäftigter 30 Euro aus dem Netto | 50 Euro | Grenze eingehalten, Tankkarte bleibt frei (Einschätzung) |
| C1: Kombi, Tankkarte unverändert | Arbeitgeber Basis 30 Euro, Beschäftigter Aufstockung | 80 Euro | Grenze überschritten, die Basis zählt mit |
| C2: Kombi, Tankkarte auf 20 Euro gesenkt | Arbeitgeber Basis 30 Euro, Beschäftigter Aufstockung | 50 Euro | Grenze eingehalten, Aufstockung zählt nicht mit (Einschätzung) |
Annahmewerte, keine Anbieterbeiträge. Variante C2 setzt voraus, dass du die Tankkarte arbeitsrechtlich anpassen darfst.
Merksatz: Jeder Euro, den der Arbeitgeber zahlt, landet in derselben 50-Euro-Rechnung wie Tankkarte und Gutscheine. Was Beschäftigte vollständig selbst zahlen, bleibt nach dem Gesetzeswortlaut draußen.
Welche Wege gibt es, wenn die 50 Euro ausgeschöpft sind?
Die arbeitnehmerfinanzierte bKV ist der einzige Weg, der die Freigrenze unberührt lässt und trotzdem Gruppenkonditionen bietet. Die übrigen kosten Steuer oder Beiträge oder sind rechtlich nicht abgesichert. Details zur Pauschalsteuer stehen im Ratgeber bKV als Sachbezug.
| Option | Wirkung | Belegstärke |
|---|---|---|
| Alles individuell versteuern | bKV und übrige Sachbezüge voll lohnsteuer- und beitragspflichtig | belegt |
| Pauschalsteuer nach § 37b Abs. 2 EStG (30 Prozent) | Lohnsteuer trägt der Arbeitgeber, bleibt beitragspflichtig | strittig für die bKV |
| Pauschalierung nach § 40 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG auf Antrag | Pauschsteuersatz, höchstens 1.000 Euro je Beschäftigtem und Jahr | unklar bei monatlichen Beiträgen |
| Andere Sachbezüge pauschal versteuern | zählen bei der Freigrenze nicht mit (R 8.1 Abs. 3 LStR) | Regel belegt, Gutscheine Einzelfall |
| Andere Benefits auf eigene Befreiungen umstellen | etwa Job-Ticket nach § 3 Nr. 15 EStG, zählt nicht mit | belegt |
| Eigenanteil der Beschäftigten | Zuzahlung mindert den anrechenbaren Vorteil | Wortlaut belegt, Anwendung auf die bKV Einschätzung |
| Arbeitnehmerfinanzierte bKV | belastet die Grenze nicht | Einschätzung, Gruppenrabatt-Frage offen |
| Nettolohnversteuerung oder Versteuerung als geldwerter Vorteil | Steuer und Abgaben trägt eine Seite voll | mittel, nur Versicherertext (Hallesche) |
Steuer im Detail: Eigenzahlung, Gehaltsabzug und Gruppenrabatt
Für die Freigrenze zählt nur der Vorteil „nach Anrechnung der vom Steuerpflichtigen gezahlten Entgelte“ (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG); versteuert wird nur der Unterschied zwischen Wert und Zahlung (R 8.1 Abs. 1 LStR, für die Sozialversicherung § 3 Abs. 2 SvEV). Zahlt der Beschäftigte den vollen Beitrag, bleibt nichts übrig. Das ist eine Ableitung aus dem Wortlaut, keine Entscheidung von BMF oder BFH. Der Rabattfreibetrag nach § 8 Abs. 3 EStG hilft hier nicht, weil Beschäftigte den Versicherungsschutz nicht unmittelbar vom Arbeitgeber erhalten (R 8.2 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 LStR).
Beim Zahlweg kommt es auf den Arbeitsvertrag an. Behältst du den Beitrag vom Netto ein, ohne den Vertrag zu ändern, zahlt der Beschäftigte aus versteuertem Lohn; analog zur Regel für Essenmarken gilt der Abzug als sein Entgelt (H 8.1 (7) LStH). Bei einer Entgeltumwandlung sinkt dagegen der Barlohn, und es entsteht Sachlohn, der die 50 Euro voll belastet und sozialversicherungsrechtlich riskant ist. Beides ist eine Einschätzung per Analogie. Die Anbieter nennen keinen Gehaltsabzug, sondern Lastschrift oder Direktzahlung; dann bleibt die Lohnabrechnung unberührt.
Offen ist der Gruppenrabatt. Preisvorteile von dritter Seite können Arbeitslohn sein, wenn der Arbeitgeber aktiv mitwirkt, ausdrücklich etwa durch Inkasso (BMF-Schreiben vom 20.01.2015, Rn. 2). Der BFH hat Versicherungsrabatte, die auch einem weiteren Personenkreis offenstanden, nicht als Arbeitslohn gewertet (VI R 62/11), allerdings in einem Fall ohne Vertrag zwischen Arbeitgeber und Versicherer. Für die bKV ist das nicht entschieden. Lass den Beitrag deshalb möglichst direkt vom Konto der Beschäftigten einziehen.
Diese Einordnung ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall. Ziehst du Beiträge über die Lohnabrechnung ein, stimme das vorher mit deiner Steuerberatung ab.
Arbeitnehmerfinanzierte Varianten am Markt
Die Tabelle zeigt, was die Versicherer in ihren eigenen Unterlagen zur arbeitnehmerfinanzierten Variante veröffentlichen. Felder ohne Angabe sind dort nicht belegt. Bei weiteren geprüften Anbietern ist keine eigene arbeitnehmerfinanzierte Variante für Beschäftigte veröffentlicht. Beiträge nennen wir bewusst nicht; wie stabil die Anbieter ihre Beiträge halten, steht im bKV-Vergleich.
| Anbieter | Modell | Gesundheitsprüfung und Wartezeit | Fortführung und Zahlweg | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Signal Iduna | „+AN“-Tarife als Erweiterung der Arbeitgeber-bKV | Angehörige in einzelnen Tarifen mit Gesundheitsprüfung; allgemein ohne Wartezeiten | Fortführung binnen zwei Monaten; Beschäftigte zahlen direkt an den Versicherer | Broschüren 2022 und 2025 |
| Münchener Verein | GemeinsamGesund arbeitnehmerfinanziert, im Kollektivvertrag | in den ersten drei Monaten ohne Gesundheitsprüfung; keine Wartezeit | Fortführung binnen zwei Monaten; Lastschrift | Pressemitteilung 11.03.2024, AVB 06/2026 |
| Barmenia | BesserGesund EF (Budget, Klinik, Zahn-Kompakt) über Rahmenvereinbarung | Klinik mit gestaffelter Gesundheitsprüfung; keine Wartezeiten | Fortführungsrecht; SEPA-Lastschrift | K 5331, K 4576 |
| DKV | Rahmenvertrag, eigenständig oder als Ergänzung | teils ohne Gesundheitsprüfung; ohne Wartezeiten bei Tarifen mit Gesundheitsfragen | Fortführung zu Einzelversicherungsbedingungen | Produktseiten, Merkblatt 1.2026 |
| Continentale | ConCEPT „-F“ als Aufstockung, Arbeitgeber ist Versicherungsnehmer | innerhalb von drei Monaten ohne Gesundheitsprüfung und Wartezeiten | Weiterversicherung möglich; Beschäftigte zahlen | Arbeitgeberbroschüre 02.2026 |
| SDK | Arbeitnehmer- oder Mischfinanzierung über Rahmenvertrag | Gesundheitsfragen, Verzicht bei Mindestdurchdringung; keine Wartezeiten | Beschäftigte sind Versicherungsnehmer und Beitragszahler | gesundwerker.sdk.de |
| Nürnberger | Arbeitgeber-, Misch- oder Arbeitnehmerfinanzierung nach Wahl | sofortiger Versicherungsschutz (laut Anbieter) | nicht veröffentlicht | Ratgeberseite nuernberger.de |
| UKV/VKB | Aufstockung je nach Tarif, Angehörige gegen eigenen Beitrag | Angehörige gegebenenfalls ohne Gesundheitsprüfung | Fortführung auf eigene Kosten | ukv.de |
| Allianz | E-Tarife für Angehörige auf eigene Kosten | Wartezeiten entfallen, Fenster ohne Gesundheitsprüfung (laut Anbieter) | nicht veröffentlicht | allianz.de, Pressemitteilung 25.07.2022 |
Die Hallesche bietet mit FEELfree_friends eine Absicherung vor allem für Angehörige gegen eigenen Beitrag; bei der R+V ist laut Bedingungen der Beschäftigte Versicherungsnehmer, wenn Angehörige versichert werden. Die Gothaer FlexSelect FAN ist seit 01.03.2026 für das Neugeschäft geschlossen.
Kombi-Modell: Arbeitgeber zahlt die Basis, Beschäftigte stocken auf
Du finanzierst eine Basis, etwa ein kleines Gesundheitsbudget, und Beschäftigte ergänzen auf eigene Kosten Klinik- oder Zahnschutz oder sichern Angehörige ab. Continentale, DKV, Signal Iduna, Münchener Verein, Barmenia und UKV beschreiben genau diese Erweiterung; SDK und Nürnberger bieten zusätzlich die Mischfinanzierung desselben Tarifs an.
Steuerlich gibt es zwei Bauformen. Bei getrennten Verträgen bleibt nur deine Basis ein Sachbezug, die selbst bezahlte Aufstockung zählt nicht mit. Bei der Mischfinanzierung desselben Tarifs mindert der Anteil der Beschäftigten den Sachbezug. In beiden Fällen läuft deine Basis weiter in dieselbe 50-Euro-Rechnung wie Tankkarte und Gutscheine, wie Variante C1 im Rechenbeispiel zeigt. Beides sind Einschätzungen aus dem Wortlaut. Vorbild aus der Pflege ist CareFlex Chemie mit Arbeitgeber-Grundabsicherung und eigenfinanzierter Aufstockung.
Wie sich bKV, Tankkarte und weitere Leistungen wie eine Tierkrankenversicherung für Mitarbeiter die Freigrenze teilen, zeigt der Überblick zu Mitarbeiter-Benefits.
Grenzen und offene Punkte
Die arbeitnehmerfinanzierte bKV ist kein Steuersparmodell: Sie schützt deinen Sachbezugsrahmen, Beschäftigte zahlen aber aus versteuertem Einkommen. Nicht abschließend geklärt sind:
- Keine Verwaltungsaussage: BMF, BFH und Sozialversicherungsträger haben den Fall der vollen Eigenzahlung nicht behandelt.
- Gruppenrabatt: Ob ein Gruppenbeitrag unter einem Einzeltarif als Arbeitslohn gilt, ist offen, besonders wenn der Arbeitgeber den Beitrag einzieht.
- Gesundheitsprüfung: Vereinfachte Annahme gilt oft nur in einem Fenster von einigen Monaten nach Beginn oder ab einer Mindestbeteiligung. Wer später kommt, wird in der Regel geprüft.
- Jahresvorauszahlung der Arbeitgeberbasis im Kombi-Modell: Das FG Baden-Württemberg hat bei jährlich vorausgezahlten Gruppenbeiträgen einen monatlichen Zufluss angenommen (Gerichtsbescheid vom 21.10.2022, 10 K 262/22). Eine BFH-Entscheidung fehlt; der sichere Weg ist die monatliche Zahlung.
- Lohnabzug: Ob ein Einbehalt vom Netto eine gesonderte arbeitsrechtliche Vereinbarung braucht, ist nicht geprüft.
Einführen: was du regeln musst, in fünf Schritten
Halte Personenkreis, Tarife, Finanzierung und Zahlweg in einer Versorgungsordnung fest. Die Teilnahme ist in allen belegten Modellen freiwillig, Beschäftigte stellen selbst einen Antrag. Gesundheitsdaten siehst du nicht: Bei der SDK etwa läuft die Leistungsabwicklung aus Datenschutzgründen nur zwischen Versicherten und Versicherer, und Versicherer-Beschäftigte unterliegen der Schweigepflicht nach § 203 StGB. Wie die Einführung allgemein abläuft, beschreibt der Ratgeber bKV einführen; prüfen, ob dein bestehender Rahmen trägt, kannst du mit dem bKV-Praxis-Check.
- Sachbezüge erfassen: je Beschäftigtem, was monatlich in die 50 Euro fällt.
- Modell wählen: rein arbeitnehmerfinanziert, Kombi oder Mischfinanzierung, je nach Spielraum in der Freigrenze.
- Anbieter prüfen: Gesundheitsprüfung, Annahmefenster, Mindestgröße, Angehörige und Fortführung vergleichen. Für die bKV insgesamt nennen etwa Signal Iduna drei, Barmenia fünf und Continentale zehn Beschäftigte als Mindestgröße.
- Zahlweg festlegen: Lastschrift vom Konto der Beschäftigten bevorzugen; einen Einzug über die Lohnabrechnung nur nach Abstimmung mit der Steuerberatung.
- Versorgungsordnung schreiben und informieren, Annahmefenster klar kommunizieren.
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Häufige Fragen
Was ist eine arbeitnehmerfinanzierte bKV?
Eine betriebliche Krankenversicherung, bei der der Arbeitgeber den Gruppen- oder Rahmenvertrag organisiert und die Beschäftigten den Beitrag selbst zahlen. Sie erhalten so Zugang zu Gruppentarifen, teils mit vereinfachter Aufnahme.
Belastet eine bKV, die der Arbeitnehmer selbst zahlt, die 50-Euro-Grenze?
Nach dem Wortlaut von § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG nicht, denn angerechnet wird nur der Vorteil nach Abzug der eigenen Zahlungen. Zahlt der Beschäftigte den vollen Beitrag, bleibt kein Vorteil übrig. Eine ausdrückliche Bestätigung durch BMF oder BFH gibt es nicht, es ist eine Einschätzung.
Kann ich eine bKV anbieten, obwohl wir schon eine Tankkarte über 50 Euro geben?
Ja, als arbeitnehmerfinanzierte Variante. Eine zusätzliche bKV auf Kosten des Arbeitgebers würde die Freigrenze überschreiten und den gesamten Monatsbetrag einschließlich Tankkarte steuer- und beitragspflichtig machen. Zahlen die Beschäftigten selbst, bleibt die Tankkarte nach dem Gesetzeswortlaut im Rahmen.
Ist die arbeitnehmerfinanzierte bKV steuerfrei?
Nicht im Sinne eines Steuervorteils. Die Beschäftigten zahlen aus ihrem bereits versteuerten Netto; es entsteht in der Regel lediglich kein zusätzlicher geldwerter Vorteil. Offen ist, ob ein Gruppenrabatt gegenüber einem Einzeltarif als Arbeitslohn gelten kann. Das ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.
Darf der Beitrag per Gehaltsabzug gezahlt werden?
Kein Anbieter nennt den Gehaltsabzug in seinen Unterlagen; belegt sind Lastschrift und Direktzahlung. Ein Einbehalt vom Netto ohne Vertragsänderung gilt per Analogie als Zahlung des Beschäftigten. Eine Gehaltsumwandlung erzeugt dagegen Sachlohn, der die 50 Euro belastet. Stimme einen Lohnabzug vorher mit der Steuerberatung ab.
Was ist das bKV-Kombimodell?
Der Arbeitgeber finanziert eine Basis, die Beschäftigten stocken auf eigene Kosten auf oder versichern Angehörige. Continentale, DKV, Signal Iduna, Münchener Verein, Barmenia und UKV beschreiben solche Aufstockungen. Nur die Arbeitgeberbasis zählt dann zur 50-Euro-Grenze, die Aufstockung nach dem Wortlaut nicht.
Brauchen Beschäftigte bei der arbeitnehmerfinanzierten bKV eine Gesundheitsprüfung?
Das hängt von Anbieter und Zeitpunkt ab. Münchener Verein verzichtet in den ersten drei Monaten darauf, die Continentale bei Aufstockungen innerhalb von drei Monaten, die SDK nur bei Mindestbeteiligung. Barmenia prüft Klinik-Tarife gestaffelt.
Was kostet die arbeitnehmerfinanzierte bKV den Arbeitgeber?
Die Beiträge tragen die Beschäftigten, dein Aufwand liegt in Organisation, Versorgungsordnung und Information. Die DKV schreibt Arbeitgebern zu ihrem Rahmenvertrag, dass ihnen keine Kosten entstehen. Im Kombi-Modell zahlst du zusätzlich die Basis, die dann in die 50-Euro-Grenze fällt.
Quellen & Einordnung
Redaktioneller Stand: 22. Oktober 2026. Die Hinweise unterstützen deine Planung und ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall. Maßgeblich für Leistungen und Aufnahme sind das individuelle Angebot und die zugehörigen Bedingungen.
- Einkommensteuergesetz, § 8 (Sachbezugsfreigrenze, Anrechnung gezahlter Entgelte, Rabattfreibetrag) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- Einkommensteuergesetz, § 3 Nr. 15 und Nr. 34 (Job-Ticket, Gesundheitsförderung) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- Einkommensteuergesetz, § 37b (Pauschalierung bei Sachzuwendungen) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- Einkommensteuergesetz, § 40 (Pauschalierung in besonderen Fällen) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- Lohnsteuer-Handbuch 2026, § 8 EStG mit R 8.1, R 8.2 LStR und H 8.1 (Essenmarken, Job-Ticket) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- Sozialversicherungsentgeltverordnung, § 3 (Bewertung von Sachbezügen) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Abgrenzung zwischen Geldleistung und Sachbezug (Lohnsteuer-Handbuch 2026, Anhang 24 VII) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- BMF-Schreiben vom 20.01.2015, Preisvorteile von dritter Seite (Lohnsteuer-Handbuch 2026, Anhang 24 I) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- BMF-Schreiben vom 19.05.2015 zu § 37b EStG (Lohnsteuer-Handbuch 2026, Anhang 23a) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- BFH, Urteil vom 07.06.2018, VI R 13/16 (Krankenversicherungsschutz als Sachlohn), Volltext ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- BFH, Urteil vom 10.04.2014, VI R 62/11 (Rabatte von Versicherern), Volltext über rewis.io ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- FG Baden-Württemberg, Gerichtsbescheid vom 21.10.2022, 10 K 262/22 (Volltext bei IWW) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- PKV-Verband: Betriebliche Vorsorge (bKV-Statistik, CareFlex Chemie) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- Signal Iduna: bKV für Makler (AN-Tarife, Mindestgröße, Fortführung) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- Signal Iduna: bKV-Broschüre für Arbeitnehmer 1722905 (12.2025) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- Signal Iduna: bKV-Broschüre für Arbeitgeber 1722719 (11.2022) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- Münchener Verein: Pressemitteilung vom 11.03.2024 zur arbeitnehmerfinanzierten bKV ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- Münchener Verein: IPID und AVB GemeinsamGesund (Ausgabe 06/2026) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- Barmenia Firmenlösungen: bKV-Übersicht und FAQ (arbeitnehmerfinanzierte bKV, Mindestgröße) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- Barmenia: Tarifbedingungen K 5331 (BesserGesund Budget 300 EF) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- Barmenia: Antrag K 4576 (01/2025) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- BarmeniaGothaer: Die bKV-Welt der BarmeniaGothaer (Schließung Gothaer-Tarifwelt, EF-Tarife) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- DKV: Betriebliche Krankenversicherung (arbeitnehmerfinanzierter Rahmenvertrag) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- DKV: Produkte Krankenversicherung für Großkunden und Firmen ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- DKV: Arbeitgebermerkblatt bKV (Nr. 50072776, 1.2026) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- Continentale: bKV ConCEPT, Arbeitgeberinformation 2715 (02.2026) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- SDK Gesundwerker: Finanzierung der BKV ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- SDK Gesundwerker: Einführung Ihrer BKV (Datenschutz) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- Nürnberger: Wie funktioniert die betriebliche Krankenversicherung? ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- UKV: Betriebliche Krankenversicherung (Aufstockung, Angehörige, Fortführung) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- Allianz: bKV-Budgetpakete für die ganze Familie, Pressemitteilung vom 25.07.2022 ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- Hallesche: Steuerliche Behandlung einer bKV (Nettolohnversteuerung, Überschreiten der Freigrenze) ↗ (abgerufen 22.10.2026)
- Strafgesetzbuch, § 203 (Verletzung von Privatgeheimnissen) ↗ (abgerufen 22.10.2026)