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Arbeitnehmerfinanzierte bKV: die Lösung, wenn der Sachbezug schon voll ist

Tankkarte und Gutscheine schöpfen bei vielen Betrieben die 50 Euro Sachbezug im Monat schon aus. Eine zusätzliche bKV auf Kosten des Arbeitgebers würde dann alles steuerpflichtig machen. Hier erfährst du, wie die arbeitnehmerfinanzierte bKV funktioniert, wer sie anbietet und was steuerlich gesichert ist.

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LESEZEIT
Stand 22. Oktober 2026
KURZ ERKLÄRT

Bei einer arbeitnehmerfinanzierten bKV schließt der Arbeitgeber einen Gruppen- oder Rahmenvertrag, die Beschäftigten zahlen den Beitrag selbst. Zahlen sie den vollen Beitrag aus ihrem Netto, bleibt nach dem Wortlaut von § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG kein Vorteil übrig, der auf die monatliche 50-Euro-Freigrenze angerechnet würde; eine ausdrückliche Aussage von BMF oder BFH dazu fehlt, es ist eine Einschätzung. Damit ist sie der naheliegende Weg, wenn Tankkarte oder Gutscheine die 50 Euro bereits ausschöpfen, denn eine zusätzliche arbeitgeberfinanzierte bKV macht dann den gesamten Monatsbetrag steuer- und beitragspflichtig. Belegt ist das Modell unter anderem bei Signal Iduna, Münchener Verein, Barmenia, DKV, Continentale, SDK und Nürnberger (Stand 22.10.2026).

Was ist eine arbeitnehmerfinanzierte bKV?

Eine arbeitnehmerfinanzierte bKV ist eine betriebliche Krankenversicherung, die der Arbeitgeber organisiert und die Beschäftigten selbst bezahlen. Der Arbeitgeber schließt einen Gruppen- oder Rahmenvertrag, die Beschäftigten entscheiden einzeln über die Teilnahme. Bei der Continentale bleibt der Arbeitgeber Versicherungsnehmer und der Beschäftigte zahlt, bei Signal Iduna und SDK wird der Beschäftigte selbst Versicherungsnehmer.

Der PKV-Verband nennt die bKV „meist auch“ arbeitgeberfinanziert. Seine Statistik von rund 60.000 Unternehmen (Ende 2025) zählt nur Arbeitgeber, die die Beiträge vollständig tragen; wie viele Betriebe eine arbeitnehmerfinanzierte bKV anbieten, ist nicht bekannt.

Finanzierungsmodelle der bKV und ihre Wirkung auf die 50-Euro-Grenze
ModellWer zahltWirkung auf die FreigrenzeEinstufung
ArbeitgeberfinanziertArbeitgeber, zusätzlich zum Lohnvoller Beitrag zählt mitbelegt (BFH VI R 13/16)
MischfinanzierungArbeitgeber einen Teil, Beschäftigte den Restnur der Arbeitgeberanteil zählt mitWortlaut belegt, Anwendung auf die bKV Einschätzung
ArbeitnehmerfinanziertBeschäftigte, voller Beitrag aus dem Nettokein anrechenbarer VorteilEinschätzung
Kombi-ModellArbeitgeber die Basis, Beschäftigte die Aufstockungnur die Basis zählt mitEinschätzung

Warum die arbeitnehmerfinanzierte bKV so stark ist

Beschäftigte erhalten Zugang zu Gruppentarifen, und dein Spielraum in der Freigrenze bleibt unangetastet. Dafür bezahlen sie den Schutz selbst: Die Variante ersetzt keinen Benefit, sie ergänzt deine bestehenden Leistungen.

  • Gruppenkonditionen: Die Nürnberger nennt auch bei arbeitnehmerfinanzierter bKV „günstigere Beiträge und sofortigen Versicherungsschutz“, die DKV günstigere Beiträge als bei Einzelversicherungen, die SDK Gruppenkonditionen ab fünf Personen (jeweils laut Anbieter).
  • Vereinfachte Annahme, wo belegt: Münchener Verein verzichtet in den ersten drei Monaten auf eine Gesundheitsprüfung, auch für Angehörige. Die Continentale nimmt Aufstockungen innerhalb von drei Monaten ohne Gesundheitsprüfung und Wartezeiten an. Die SDK verzichtet nur bei einheitlichem Umfang, einheitlichem Beginn und einer Mindestdurchdringung auf Gesundheitsfragen.
  • Keine Belastung der 50-Euro-Grenze: Der selbst bezahlte Beitrag erzeugt nach dem Gesetzeswortlaut keinen Vorteil (Einschätzung).
  • Kaum Kosten für dich: Du organisierst den Rahmen, die Beiträge tragen die Beschäftigten. Die DKV schreibt Arbeitgebern zu ihrem Rahmenvertrag: „Ihnen entstehen keine Kosten“.
  • Angehörige und Fortführung: Alle genannten Anbieter öffnen die Tarife für Angehörige, mehrere regeln eine Fortführung nach dem Ausscheiden. Fristen und Zahler je Versicherer: Angehörige in der bKV.

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Sachbezug schon voll: was eine zusätzliche bKV vom Arbeitgeber auslöst

Die 50 Euro nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG sind eine Freigrenze, kein Freibetrag. Alle Sachbezüge eines Kalendermonats werden zusammengerechnet (R 8.1 Abs. 3 LStR), und Tankkarten oder Tankgutscheine einer Tankstellenkette zählen ausdrücklich dazu (BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Rn. 11). Wird sie überschritten, entfällt die Steuerfreistellung „insgesamt“ (BFH VI R 13/16, Rn. 20), und über § 3 Abs. 1 Satz 4 SvEV wird der gesamte Betrag auch beitragspflichtig.

Beispiel mit Annahmewerten, keinem Versicherer zugeordnet: Jeder Beschäftigte erhält bereits eine Tankkarte über 50 Euro im Monat zusätzlich zum Lohn, ein bKV-Tarif kostet angenommen 30 Euro im Monat.

Rechenbeispiel mit Annahmewerten: Tankkarte 50 Euro plus bKV 30 Euro im Monat
VarianteWer zahlt die bKVSachbezüge für die FreigrenzeErgebnis
A: arbeitgeberfinanziertArbeitgeber 30 Euro80 EuroGrenze überschritten, alle 80 Euro steuer- und beitragspflichtig, auch die Tankkarte
B: arbeitnehmerfinanziertBeschäftigter 30 Euro aus dem Netto50 EuroGrenze eingehalten, Tankkarte bleibt frei (Einschätzung)
C1: Kombi, Tankkarte unverändertArbeitgeber Basis 30 Euro, Beschäftigter Aufstockung80 EuroGrenze überschritten, die Basis zählt mit
C2: Kombi, Tankkarte auf 20 Euro gesenktArbeitgeber Basis 30 Euro, Beschäftigter Aufstockung50 EuroGrenze eingehalten, Aufstockung zählt nicht mit (Einschätzung)

Annahmewerte, keine Anbieterbeiträge. Variante C2 setzt voraus, dass du die Tankkarte arbeitsrechtlich anpassen darfst.

Merksatz: Jeder Euro, den der Arbeitgeber zahlt, landet in derselben 50-Euro-Rechnung wie Tankkarte und Gutscheine. Was Beschäftigte vollständig selbst zahlen, bleibt nach dem Gesetzeswortlaut draußen.

Welche Wege gibt es, wenn die 50 Euro ausgeschöpft sind?

Die arbeitnehmerfinanzierte bKV ist der einzige Weg, der die Freigrenze unberührt lässt und trotzdem Gruppenkonditionen bietet. Die übrigen kosten Steuer oder Beiträge oder sind rechtlich nicht abgesichert. Details zur Pauschalsteuer stehen im Ratgeber bKV als Sachbezug.

Optionen bei ausgeschöpfter Sachbezugsfreigrenze
OptionWirkungBelegstärke
Alles individuell versteuernbKV und übrige Sachbezüge voll lohnsteuer- und beitragspflichtigbelegt
Pauschalsteuer nach § 37b Abs. 2 EStG (30 Prozent)Lohnsteuer trägt der Arbeitgeber, bleibt beitragspflichtigstrittig für die bKV
Pauschalierung nach § 40 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG auf AntragPauschsteuersatz, höchstens 1.000 Euro je Beschäftigtem und Jahrunklar bei monatlichen Beiträgen
Andere Sachbezüge pauschal versteuernzählen bei der Freigrenze nicht mit (R 8.1 Abs. 3 LStR)Regel belegt, Gutscheine Einzelfall
Andere Benefits auf eigene Befreiungen umstellenetwa Job-Ticket nach § 3 Nr. 15 EStG, zählt nicht mitbelegt
Eigenanteil der BeschäftigtenZuzahlung mindert den anrechenbaren VorteilWortlaut belegt, Anwendung auf die bKV Einschätzung
Arbeitnehmerfinanzierte bKVbelastet die Grenze nichtEinschätzung, Gruppenrabatt-Frage offen
Nettolohnversteuerung oder Versteuerung als geldwerter VorteilSteuer und Abgaben trägt eine Seite vollmittel, nur Versicherertext (Hallesche)

Steuer im Detail: Eigenzahlung, Gehaltsabzug und Gruppenrabatt

Für die Freigrenze zählt nur der Vorteil „nach Anrechnung der vom Steuerpflichtigen gezahlten Entgelte“ (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG); versteuert wird nur der Unterschied zwischen Wert und Zahlung (R 8.1 Abs. 1 LStR, für die Sozialversicherung § 3 Abs. 2 SvEV). Zahlt der Beschäftigte den vollen Beitrag, bleibt nichts übrig. Das ist eine Ableitung aus dem Wortlaut, keine Entscheidung von BMF oder BFH. Der Rabattfreibetrag nach § 8 Abs. 3 EStG hilft hier nicht, weil Beschäftigte den Versicherungsschutz nicht unmittelbar vom Arbeitgeber erhalten (R 8.2 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 LStR).

Beim Zahlweg kommt es auf den Arbeitsvertrag an. Behältst du den Beitrag vom Netto ein, ohne den Vertrag zu ändern, zahlt der Beschäftigte aus versteuertem Lohn; analog zur Regel für Essenmarken gilt der Abzug als sein Entgelt (H 8.1 (7) LStH). Bei einer Entgeltumwandlung sinkt dagegen der Barlohn, und es entsteht Sachlohn, der die 50 Euro voll belastet und sozialversicherungsrechtlich riskant ist. Beides ist eine Einschätzung per Analogie. Die Anbieter nennen keinen Gehaltsabzug, sondern Lastschrift oder Direktzahlung; dann bleibt die Lohnabrechnung unberührt.

Offen ist der Gruppenrabatt. Preisvorteile von dritter Seite können Arbeitslohn sein, wenn der Arbeitgeber aktiv mitwirkt, ausdrücklich etwa durch Inkasso (BMF-Schreiben vom 20.01.2015, Rn. 2). Der BFH hat Versicherungsrabatte, die auch einem weiteren Personenkreis offenstanden, nicht als Arbeitslohn gewertet (VI R 62/11), allerdings in einem Fall ohne Vertrag zwischen Arbeitgeber und Versicherer. Für die bKV ist das nicht entschieden. Lass den Beitrag deshalb möglichst direkt vom Konto der Beschäftigten einziehen.

Diese Einordnung ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall. Ziehst du Beiträge über die Lohnabrechnung ein, stimme das vorher mit deiner Steuerberatung ab.

Arbeitnehmerfinanzierte Varianten am Markt

Die Tabelle zeigt, was die Versicherer in ihren eigenen Unterlagen zur arbeitnehmerfinanzierten Variante veröffentlichen. Felder ohne Angabe sind dort nicht belegt. Bei weiteren geprüften Anbietern ist keine eigene arbeitnehmerfinanzierte Variante für Beschäftigte veröffentlicht. Beiträge nennen wir bewusst nicht; wie stabil die Anbieter ihre Beiträge halten, steht im bKV-Vergleich.

Arbeitnehmerfinanzierte Varianten am Markt (Stand 22.10.2026)
AnbieterModellGesundheitsprüfung und WartezeitFortführung und ZahlwegQuelle
Signal Iduna„+AN“-Tarife als Erweiterung der Arbeitgeber-bKVAngehörige in einzelnen Tarifen mit Gesundheitsprüfung; allgemein ohne WartezeitenFortführung binnen zwei Monaten; Beschäftigte zahlen direkt an den VersichererBroschüren 2022 und 2025
Münchener VereinGemeinsamGesund arbeitnehmerfinanziert, im Kollektivvertragin den ersten drei Monaten ohne Gesundheitsprüfung; keine WartezeitFortführung binnen zwei Monaten; LastschriftPressemitteilung 11.03.2024, AVB 06/2026
BarmeniaBesserGesund EF (Budget, Klinik, Zahn-Kompakt) über RahmenvereinbarungKlinik mit gestaffelter Gesundheitsprüfung; keine WartezeitenFortführungsrecht; SEPA-LastschriftK 5331, K 4576
DKVRahmenvertrag, eigenständig oder als Ergänzungteils ohne Gesundheitsprüfung; ohne Wartezeiten bei Tarifen mit GesundheitsfragenFortführung zu EinzelversicherungsbedingungenProduktseiten, Merkblatt 1.2026
ContinentaleConCEPT „-F“ als Aufstockung, Arbeitgeber ist Versicherungsnehmerinnerhalb von drei Monaten ohne Gesundheitsprüfung und WartezeitenWeiterversicherung möglich; Beschäftigte zahlenArbeitgeberbroschüre 02.2026
SDKArbeitnehmer- oder Mischfinanzierung über RahmenvertragGesundheitsfragen, Verzicht bei Mindestdurchdringung; keine WartezeitenBeschäftigte sind Versicherungsnehmer und Beitragszahlergesundwerker.sdk.de
NürnbergerArbeitgeber-, Misch- oder Arbeitnehmerfinanzierung nach Wahlsofortiger Versicherungsschutz (laut Anbieter)nicht veröffentlichtRatgeberseite nuernberger.de
UKV/VKBAufstockung je nach Tarif, Angehörige gegen eigenen BeitragAngehörige gegebenenfalls ohne GesundheitsprüfungFortführung auf eigene Kostenukv.de
AllianzE-Tarife für Angehörige auf eigene KostenWartezeiten entfallen, Fenster ohne Gesundheitsprüfung (laut Anbieter)nicht veröffentlichtallianz.de, Pressemitteilung 25.07.2022

Die Hallesche bietet mit FEELfree_friends eine Absicherung vor allem für Angehörige gegen eigenen Beitrag; bei der R+V ist laut Bedingungen der Beschäftigte Versicherungsnehmer, wenn Angehörige versichert werden. Die Gothaer FlexSelect FAN ist seit 01.03.2026 für das Neugeschäft geschlossen.

Kombi-Modell: Arbeitgeber zahlt die Basis, Beschäftigte stocken auf

Du finanzierst eine Basis, etwa ein kleines Gesundheitsbudget, und Beschäftigte ergänzen auf eigene Kosten Klinik- oder Zahnschutz oder sichern Angehörige ab. Continentale, DKV, Signal Iduna, Münchener Verein, Barmenia und UKV beschreiben genau diese Erweiterung; SDK und Nürnberger bieten zusätzlich die Mischfinanzierung desselben Tarifs an.

Steuerlich gibt es zwei Bauformen. Bei getrennten Verträgen bleibt nur deine Basis ein Sachbezug, die selbst bezahlte Aufstockung zählt nicht mit. Bei der Mischfinanzierung desselben Tarifs mindert der Anteil der Beschäftigten den Sachbezug. In beiden Fällen läuft deine Basis weiter in dieselbe 50-Euro-Rechnung wie Tankkarte und Gutscheine, wie Variante C1 im Rechenbeispiel zeigt. Beides sind Einschätzungen aus dem Wortlaut. Vorbild aus der Pflege ist CareFlex Chemie mit Arbeitgeber-Grundabsicherung und eigenfinanzierter Aufstockung.

Wie sich bKV, Tankkarte und weitere Leistungen wie eine Tierkrankenversicherung für Mitarbeiter die Freigrenze teilen, zeigt der Überblick zu Mitarbeiter-Benefits.

Grenzen und offene Punkte

Die arbeitnehmerfinanzierte bKV ist kein Steuersparmodell: Sie schützt deinen Sachbezugsrahmen, Beschäftigte zahlen aber aus versteuertem Einkommen. Nicht abschließend geklärt sind:

  • Keine Verwaltungsaussage: BMF, BFH und Sozialversicherungsträger haben den Fall der vollen Eigenzahlung nicht behandelt.
  • Gruppenrabatt: Ob ein Gruppenbeitrag unter einem Einzeltarif als Arbeitslohn gilt, ist offen, besonders wenn der Arbeitgeber den Beitrag einzieht.
  • Gesundheitsprüfung: Vereinfachte Annahme gilt oft nur in einem Fenster von einigen Monaten nach Beginn oder ab einer Mindestbeteiligung. Wer später kommt, wird in der Regel geprüft.
  • Jahresvorauszahlung der Arbeitgeberbasis im Kombi-Modell: Das FG Baden-Württemberg hat bei jährlich vorausgezahlten Gruppenbeiträgen einen monatlichen Zufluss angenommen (Gerichtsbescheid vom 21.10.2022, 10 K 262/22). Eine BFH-Entscheidung fehlt; der sichere Weg ist die monatliche Zahlung.
  • Lohnabzug: Ob ein Einbehalt vom Netto eine gesonderte arbeitsrechtliche Vereinbarung braucht, ist nicht geprüft.

Einführen: was du regeln musst, in fünf Schritten

Halte Personenkreis, Tarife, Finanzierung und Zahlweg in einer Versorgungsordnung fest. Die Teilnahme ist in allen belegten Modellen freiwillig, Beschäftigte stellen selbst einen Antrag. Gesundheitsdaten siehst du nicht: Bei der SDK etwa läuft die Leistungsabwicklung aus Datenschutzgründen nur zwischen Versicherten und Versicherer, und Versicherer-Beschäftigte unterliegen der Schweigepflicht nach § 203 StGB. Wie die Einführung allgemein abläuft, beschreibt der Ratgeber bKV einführen; prüfen, ob dein bestehender Rahmen trägt, kannst du mit dem bKV-Praxis-Check.

  1. Sachbezüge erfassen: je Beschäftigtem, was monatlich in die 50 Euro fällt.
  2. Modell wählen: rein arbeitnehmerfinanziert, Kombi oder Mischfinanzierung, je nach Spielraum in der Freigrenze.
  3. Anbieter prüfen: Gesundheitsprüfung, Annahmefenster, Mindestgröße, Angehörige und Fortführung vergleichen. Für die bKV insgesamt nennen etwa Signal Iduna drei, Barmenia fünf und Continentale zehn Beschäftigte als Mindestgröße.
  4. Zahlweg festlegen: Lastschrift vom Konto der Beschäftigten bevorzugen; einen Einzug über die Lohnabrechnung nur nach Abstimmung mit der Steuerberatung.
  5. Versorgungsordnung schreiben und informieren, Annahmefenster klar kommunizieren.

Du willst wissen, welches Modell zu deinen bestehenden Sachbezügen passt? Stell eine unverbindliche Anfrage, wir ordnen deine Situation ein.

Häufige Fragen

Was ist eine arbeitnehmerfinanzierte bKV?

Eine betriebliche Krankenversicherung, bei der der Arbeitgeber den Gruppen- oder Rahmenvertrag organisiert und die Beschäftigten den Beitrag selbst zahlen. Sie erhalten so Zugang zu Gruppentarifen, teils mit vereinfachter Aufnahme.

Belastet eine bKV, die der Arbeitnehmer selbst zahlt, die 50-Euro-Grenze?

Nach dem Wortlaut von § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG nicht, denn angerechnet wird nur der Vorteil nach Abzug der eigenen Zahlungen. Zahlt der Beschäftigte den vollen Beitrag, bleibt kein Vorteil übrig. Eine ausdrückliche Bestätigung durch BMF oder BFH gibt es nicht, es ist eine Einschätzung.

Kann ich eine bKV anbieten, obwohl wir schon eine Tankkarte über 50 Euro geben?

Ja, als arbeitnehmerfinanzierte Variante. Eine zusätzliche bKV auf Kosten des Arbeitgebers würde die Freigrenze überschreiten und den gesamten Monatsbetrag einschließlich Tankkarte steuer- und beitragspflichtig machen. Zahlen die Beschäftigten selbst, bleibt die Tankkarte nach dem Gesetzeswortlaut im Rahmen.

Ist die arbeitnehmerfinanzierte bKV steuerfrei?

Nicht im Sinne eines Steuervorteils. Die Beschäftigten zahlen aus ihrem bereits versteuerten Netto; es entsteht in der Regel lediglich kein zusätzlicher geldwerter Vorteil. Offen ist, ob ein Gruppenrabatt gegenüber einem Einzeltarif als Arbeitslohn gelten kann. Das ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

Darf der Beitrag per Gehaltsabzug gezahlt werden?

Kein Anbieter nennt den Gehaltsabzug in seinen Unterlagen; belegt sind Lastschrift und Direktzahlung. Ein Einbehalt vom Netto ohne Vertragsänderung gilt per Analogie als Zahlung des Beschäftigten. Eine Gehaltsumwandlung erzeugt dagegen Sachlohn, der die 50 Euro belastet. Stimme einen Lohnabzug vorher mit der Steuerberatung ab.

Was ist das bKV-Kombimodell?

Der Arbeitgeber finanziert eine Basis, die Beschäftigten stocken auf eigene Kosten auf oder versichern Angehörige. Continentale, DKV, Signal Iduna, Münchener Verein, Barmenia und UKV beschreiben solche Aufstockungen. Nur die Arbeitgeberbasis zählt dann zur 50-Euro-Grenze, die Aufstockung nach dem Wortlaut nicht.

Brauchen Beschäftigte bei der arbeitnehmerfinanzierten bKV eine Gesundheitsprüfung?

Das hängt von Anbieter und Zeitpunkt ab. Münchener Verein verzichtet in den ersten drei Monaten darauf, die Continentale bei Aufstockungen innerhalb von drei Monaten, die SDK nur bei Mindestbeteiligung. Barmenia prüft Klinik-Tarife gestaffelt.

Was kostet die arbeitnehmerfinanzierte bKV den Arbeitgeber?

Die Beiträge tragen die Beschäftigten, dein Aufwand liegt in Organisation, Versorgungsordnung und Information. Die DKV schreibt Arbeitgebern zu ihrem Rahmenvertrag, dass ihnen keine Kosten entstehen. Im Kombi-Modell zahlst du zusätzlich die Basis, die dann in die 50-Euro-Grenze fällt.

Quellen & Einordnung

Redaktioneller Stand: 22. Oktober 2026. Die Hinweise unterstützen deine Planung und ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall. Maßgeblich für Leistungen und Aufnahme sind das individuelle Angebot und die zugehörigen Bedingungen.

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