WISSEN FÜR ARBEITGEBER

bKV für kleine Unternehmen: Ab wie vielen Mitarbeitern geht es?

Viele Inhaber kleiner Betriebe fragen zuerst, ob sich eine betriebliche Krankenversicherung schon für drei, fünf oder acht Beschäftigte abschließen lässt. Hier siehst du die veröffentlichten Mindestgrößen der Versicherer, welche Tarife erst ab 10 oder 20 Personen offen sind und worauf du als kleiner Arbeitgeber achten solltest.

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Stand 30. Oktober 2026
KURZ ERKLÄRT

Eine arbeitgeberfinanzierte bKV ist bei den meisten Versicherern ab fünf Beschäftigten möglich; Signal Iduna und die Württembergische nennen drei als Untergrenze, Hallesche und Continentale zehn (Versichererangaben, Stand 30.10.2026). Für kleine Betriebe gelten oft Einschränkungen: Bestimmte Budgetstufen, Klinik- oder Krankentagegeldtarife sind erst ab 10 oder 20 versicherten Personen offen. Der Beitrag läuft wie bei großen Betrieben als Sachbezug in der 50-Euro-Freigrenze nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG; das ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

Lohnt sich eine bKV für kleine Betriebe überhaupt?

Definition in einem Satz: Eine betriebliche Krankenversicherung ist ein Gruppenvertrag, den du als Arbeitgeber mit einem privaten Krankenversicherer abschließt und über den deine Beschäftigten Zusatzleistungen zur gesetzlichen Krankenversicherung erhalten. Weil der Versicherer eine ganze Gruppe aufnimmt und nicht einzelne Personen auswählt, kann er auf die Gesundheitsprüfung verzichten; der PKV-Verband beschreibt das als Kernvorteil des Kollektivs.

Genau daraus entsteht die Mindestgröße: Je kleiner die Gruppe, desto stärker wirkt ein einzelner teurer Leistungsfall auf den Vertrag. Die Versicherer legen deshalb fest, ab wie vielen versicherten Personen sie einen Gruppenvertrag ohne Gesundheitsprüfung annehmen, und öffnen leistungsstarke Tarife teils erst für größere Gruppen.

Für kleine Betriebe ist die bKV trotzdem interessant, weil sie als Sachbezug in die monatliche 50-Euro-Freigrenze fallen kann und damit ein vergleichsweise gut planbarer Benefit ist. Ob der Nutzen die Kosten trägt, hängt von deinem Ziel ab; die Argumente findest du unter Vorteile und Nachteile für Arbeitgeber.

Mindestgröße je Anbieter: 3, 5 oder 10 Beschäftigte

Die Tabelle zeigt, was die Versicherer selbst als Untergrenze für einen bKV-Gruppenvertrag veröffentlichen. Maßgeblich sind am Ende der Gruppenvertrag und die Tarifbedingungen; Angaben auf Produktseiten können sich ändern.

Veröffentlichte Mindestgrößen für eine arbeitgeberfinanzierte bKV (Versichererangaben, abgerufen 30.10.2026)
VersichererUntergrenze laut VersichererEinschränkung für kleine Gruppen
Signal Idunaab 3 MitarbeitendenKlinikPrivat+ und ZahnPerfekt+ erst ab 20
Württembergischeab 3 Beschäftigten (Pressemitteilung 2023); Untergruppen ab 3aktuelle Produktseite nennt nur die Untergruppen-Regel
Allianzab 5 Mitarbeitendenkeine veröffentlicht
AXA (FlexMed easy Premium)ab 5 Mitarbeitendenbei 5 bis 9 erst ab Budget 600 Euro, ab 10 frei wählbar (Flyer 11.25)
HanseMerkurMindestkollektiv 5 Personen für alle TarifeTarif BWL mit Gesundheitsprüfung
Barmeniamindestens 5 versicherungsfähige ArbeitnehmerBudgetstufe 300 ab 10; Klinik und Krankentagegeld ab 20
DKVmindestens 5 versicherungsfähige MitarbeiterBudgettarif ab 10 (Broschüre); für 5 bis 9 Kompaktbausteine
R+Vab 5 MitarbeitendenLeistungshighlights „für Unternehmen ab 10“
ottonovaab 5 MitarbeitendenFußnote: „ab Budgetstufe 900“
Hallescheab 10 Mitarbeiternkeine weitere veröffentlicht
Continentalemindestens zehn Mitarbeitendekeine weitere veröffentlicht

Keine Beiträge, keine Bewertung der Tarife. Die AXA-Produktseite nennt keine Mindestzahl; die Angabe stammt aus Pressemitteilung und Flyer. Für Betriebe mit weniger als drei Beschäftigten haben wir bei den geprüften Versicherern kein veröffentlichtes Gruppenangebot gefunden.

Du willst wissen, was eine bKV für dein Team konkret bedeutet? Wir rechnen es mit dir durch.

Anfrage vorbereiten

Was sich bei 5 bis 9 Beschäftigten ändert

Die Zahl in der Tabelle sagt nur, ab wann ein Vertrag grundsätzlich möglich ist. Zwischen 5 und 9 Beschäftigten bekommst du bei mehreren Versicherern nicht das volle Tarifangebot. Drei Muster kommen vor:

  • Höhere Mindest-Budgetstufe: Bei AXA FlexMed easy Premium gilt die Mindestgröße fünf laut Flyer „ab dem Budgetpaket von 600 €“, erst ab zehn ist das Budget frei wählbar. Bei ottonova steht an der Fünfer-Grenze die Fußnote „ab Budgetstufe 900“. Bei Barmenia ist es umgekehrt: Die kleinste Budgetstufe 300 Euro verlangt mindestens 10 Personen.
  • Anderes Produkt statt Budgettarif: Die DKV wirbt für BonusMed Budget mit „Für Unternehmen ab 10 Mitarbeitern“ und führt für 5 bis 9 Beschäftigte ein eigenes Faktenblatt mit Kompaktbausteinen. Mehr dazu auf der Seite zur DKV betrieblichen Krankenversicherung.
  • Einzelne Tarife erst ab 20: Signal Iduna bietet KlinikPrivat+ und ZahnPerfekt+ „ab 20 Mitarbeitenden“ an, Barmenia die stationären Produkte und das Krankentagegeld ab 20 Personen.

Merksatz: Bei 5 bis 9 Beschäftigten zuerst fragen, welche Budgetstufen und Bausteine für genau diese Gruppengröße freigegeben sind. Der Tarifname allein sagt das nicht.

Wer zählt mit: versicherungsfähige Beschäftigte

Die Mindestgröße bezieht sich auf versicherte oder versicherungsfähige Personen, nicht auf die Kopfzahl im Handelsregister. Barmenia formuliert: „mindestens 5 versicherungsfähige Arbeitnehmer, die von Beginn an versichert werden“. Die DKV verlangt ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland und „mindestens 5 versicherungsfähige Mitarbeiter“.

Wer als versicherungsfähig gilt, regelt jeder Versicherer in seinen Bedingungen. Die HanseMerkur nennt zum Beispiel Wohnsitz in der EU oder im EWR, keine Altersgrenze während des Arbeitsverhältnisses, befristet Beschäftigte ab 12 Monaten und Auszubildende. Ein geprüfter Muster-Gruppenvertrag der Bayerischen Beamtenkrankenkasse zählt neben den Arbeitnehmern auch Mitglieder der Geschäftsleitung zum versicherten Personenkreis.

Praktisch heißt das: Zähle vor der Anfrage, wie viele Beschäftigte unbefristet oder länger befristet bei dir arbeiten, und frag nach, ob Minijobber, Auszubildende, Werkstudenten und die Geschäftsführung mitzählen. Was die Versicherer dazu veröffentlichen, steht in bKV für Minijobber, Auszubildende und Werkstudenten, für die Chefetage in bKV für Geschäftsführer. In einem Betrieb mit sechs Personen entscheidet diese Frage, ob du über oder unter der Fünfer-Grenze liegst.

Gesundheitsprüfung und Wartezeiten im kleinen Kollektiv

Bei der arbeitgeberfinanzierten bKV verzichten die Versicherer in der Regel auf die Gesundheitsprüfung, auch für kleine Gruppen: Signal Iduna („Bei der bKV gibt es keine Gesundheitsprüfung“), Allianz („ohne Gesundheitsprüfung und Wartezeiten“), Barmenia („erfolgt keine Gesundheitsprüfung“), Continentale und DKV formulieren das ausdrücklich. Ausnahmen gibt es bei einzelnen Tarifen, etwa dem HanseMerkur-Tarif BWL oder der „gestaffelten Gesundheitsprüfung“ bei BesserGesund Klinik von Barmenia.

Bei der R+V ist der Abschluss ab 5 möglich, die Leistungshighlights stehen aber unter „Für Unternehmen ab 10 Mitarbeitenden“, und die Mitversicherung laufender Versicherungsfälle gilt „bei obligatorischer Absicherung von mind. 10 Mitarbeitenden“. Ob für 5 bis 9 Beschäftigte andere Annahmeregeln gelten, ist nicht veröffentlicht; das klärst du im Angebot.

Der Verzicht auf die Gesundheitsprüfung hängt oft daran, dass alle versicherbaren Beschäftigten angemeldet werden. Im geprüften Mustervertrag müssen „alle versicherbaren Arbeitnehmer“ angemeldet werden. Gerade im kleinen Team kannst du deshalb nicht nur einzelne Personen versichern, die Interesse haben.

Nur einen Teil des Teams versichern: Untergruppen

Manche Arbeitgeber möchten zunächst nur eine Gruppe versichern, etwa die Führungskräfte oder den Außendienst. Das ist möglich, wenn die Gruppe objektiv abgegrenzt ist. Für kleine Betriebe sind die Untergrenzen aber entscheidend:

Untergruppen (Teilkollektive) in der bKV, Versichererangaben (abgerufen 30.10.2026)
VersichererRegel für Untergruppen
WürttembergischeUntergruppen möglich, „sofern die Gruppengröße mindestens drei Arbeitnehmer beträgt“, z. B. Führungskräfte, Innen- oder Außendienst
AXAfür eine „selbst definierte Mitarbeitergruppe abschließbar“, die objektiv abgegrenzt werden kann
DKVTeilkollektive mit „mindestens 25 Mitarbeiter“, klar abgrenzbar und homogen

Andere Versicherer veröffentlichen keine eigene Untergruppen-Regel.

Wenn der Betrieb wächst oder schrumpft

Die Mindestgröße ist keine einmalige Hürde beim Abschluss. Im geprüften Muster-Gruppenvertrag ist das Erreichen von „mindestens 10 anmeldepflichtigen Mitarbeitern“ Geschäftsgrundlage im Sinne von § 313 BGB. Wird die Zahl ein Jahr lang unterschritten, darf der Versicherer mit einer Frist von zwei Monaten zum Monatsende kündigen. Andere Versicherer regeln das eigenständig; die Klausel zeigt aber, wonach du im Vertrag suchen solltest.

Für kleine Betriebe mit schwankender Belegschaft ist das relevant: Wenn du knapp über der Grenze startest, kann ein Weggang den Vertrag gefährden. Frag deshalb vor dem Abschluss, was bei Unterschreiten der Mindestzahl passiert, und plane ein, dass ausscheidende Beschäftigte ihren Schutz oft nur binnen kurzer Frist privat fortführen können (siehe Kündigung und Wechsel der bKV).

Umgekehrt öffnet Wachstum Optionen: Mit 10 Beschäftigten stehen bei Barmenia, DKV, Hallesche und Continentale die Budgettarife offen, bei AXA ist das Budget frei wählbar. Ein Tarifwechsel im laufenden Vertrag hat eigene Regeln; beachte Fristen und laufende Behandlungen.

Kosten und Steuer im Kleinbetrieb

Steuerlich gibt es keine Sonderregel nach Betriebsgröße. Zahlst du als Arbeitgeber den Beitrag und können Beschäftigte nur Versicherungsschutz verlangen, ist das Sachbezug (BFH, Urteil vom 07.06.2018, VI R 13/16). Er bleibt steuer- und beitragsfrei, solange alle Sachbezüge zusammen 50 Euro im Monat nicht übersteigen (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Details zu Freigrenze, Gutscheinen und Kombination findest du unter 50-Euro-Sachbezug und bKV und Steuer.

Ein Beispiel mit Annahmewerten zeigt die Größenordnung für den Haushalt eines kleinen Betriebs. Die Annahme ist kein Beitrag eines Versicherers; welche Faktoren den echten Beitrag bestimmen, erklärt bKV Kosten.

Rechenbeispiel mit Annahmewerten (kein Versichererbeitrag)
Annahme6 Beschäftigte12 Beschäftigte
Angenommener Monatsbeitrag je Person30 Euro30 Euro
Monatliche Kosten180 Euro360 Euro
Jährliche Kosten2.160 Euro4.320 Euro
Rest der 50-Euro-Freigrenze je Person und Monat20 Euro20 Euro

Annahmewerte zur Veranschaulichung. Den Betrag für deine Belegschaft bekommst du nur über ein Angebot.

Hinweis: Diese Übersicht ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall. Stimme die Abrechnung vor dem Start mit deiner Lohnbuchhaltung ab.

So gehst du als kleiner Betrieb vor

Die Reihenfolge spart Rückfragen beim Versicherer:

  1. Versicherungsfähige Personen zählen und klären, wer mitzählt (Befristung, Auszubildende, Minijob, Geschäftsführung).
  2. Ziel festlegen: Zahn, Vorsorge, Sehhilfe oder ein flexibles Budget. Grundlagen unter Budgettarife.
  3. Anbieter vorsortieren, die deine Gruppengröße ohne Einschränkung annehmen (Tabelle oben, Details in der Marktübersicht).
  4. Prüfen, welche Budgetstufen und Bausteine für deine Größe freigegeben sind und was bei Unterschreiten der Mindestzahl gilt.
  5. Beitragsstabilität einordnen: Wer hat eine Beitragszusage, wie lange läuft sie (siehe Beitragsanpassung).
  6. Steuerliche Einordnung mit der Lohnbuchhaltung abstimmen und das Team informieren. Den gesamten Ablauf zeigt bKV einführen.

Du willst wissen, welche Anbieter für deine Teamgröße in Frage kommen? Schick uns eine Anfrage für eine neue bKV mit der Zahl deiner Beschäftigten.

Häufige Fragen

Ab wie vielen Mitarbeitern ist eine bKV möglich?

Bei den meisten Versicherern ab fünf Beschäftigten. Signal Iduna nennt drei als Untergrenze, die Württembergische ebenfalls drei, Hallesche und Continentale zehn (Versichererangaben, Stand 30.10.2026).

Gibt es eine bKV für 1 oder 2 Mitarbeiter?

Bei den von uns geprüften Versicherern haben wir für weniger als drei Beschäftigte kein veröffentlichtes Gruppenangebot gefunden. Andere Sachbezüge innerhalb der 50-Euro-Freigrenze bleiben möglich.

Bekommt ein Betrieb mit fünf Mitarbeitern dieselben Tarife wie ein großer?

Nicht immer. Einige Versicherer öffnen bestimmte Budgetstufen, Klinik- oder Krankentagegeldtarife erst ab 10 oder 20 versicherten Personen. Frag gezielt nach, was für deine Gruppengröße gilt.

Brauchen Beschäftigte in kleinen Betrieben eine Gesundheitsprüfung?

In der arbeitgeberfinanzierten bKV verzichten die meisten Versicherer auch bei kleinen Gruppen darauf. Ausnahmen betreffen einzelne Tarife, etwa stationäre Zusatztarife oder Tarife, die der Versicherer ausdrücklich ausnimmt.

Kann ich in einem kleinen Betrieb nur einzelne Mitarbeiter versichern?

In der Regel nicht nach Wunsch Einzelner. Möglich sind objektiv abgegrenzte Gruppen; die Württembergische nennt dafür mindestens drei Personen, die DKV 25. Für die Annahme ohne Gesundheitsprüfung verlangen Gruppenverträge oft die Anmeldung aller versicherbaren Beschäftigten.

Was passiert, wenn mein Betrieb unter die Mindestzahl fällt?

Das regelt der Gruppenvertrag. In einem geprüften Mustervertrag darf der Versicherer kündigen, wenn die Mindestzahl ein Jahr lang unterschritten wird. Lass dir diese Klausel vor dem Abschluss zeigen.

Ist die bKV im Kleinbetrieb steuerlich anders zu behandeln?

Nein, die Betriebsgröße spielt keine Rolle. Als Sachbezug bleibt der Arbeitgeberbeitrag frei, solange alle Sachbezüge zusammen 50 Euro im Monat nicht übersteigen. Das ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

Quellen & Einordnung

Redaktioneller Stand: 30. Oktober 2026. Die Hinweise unterstützen deine Planung und ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall. Maßgeblich für Leistungen und Aufnahme sind das individuelle Angebot und die zugehörigen Bedingungen.

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