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bKV oder Gehaltserhöhung: Was kommt bei Beschäftigten an?

Du hast ein Budget für deine Beschäftigten und fragst dich, ob es als Gehaltserhöhung oder als betriebliche Krankenversicherung mehr bewirkt. Hier siehst du, welche Abgaben 2026 auf eine Gehaltserhöhung anfallen, was ein Rechenbeispiel mit Annahmewerten zeigt und in welchen Fällen welche Lösung passt.

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Stand 2. November 2026
KURZ ERKLÄRT

Eine Gehaltserhöhung ist Barlohn und kostet 2026 Lohnsteuer sowie Sozialversicherungsbeiträge, die du und deine Beschäftigten je zur Hälfte tragen (zusammen rund 42 Prozent unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung). Eine arbeitgeberfinanzierte bKV ist Sachbezug und bleibt nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG und § 3 Abs. 1 SvEV steuer- und beitragsfrei, solange alle Sachbezüge zusammen 50 Euro im Monat nicht übersteigen. Im Rechenbeispiel mit Annahmewerten kommen von 50 Euro Arbeitgeberbudget als Gehaltserhöhung rund 21 Euro netto an, als bKV 50 Euro Versicherungsschutz, der aber nur bei Bedarf nutzt. Diese Übersicht ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

Was unterscheidet bKV und Gehaltserhöhung rechtlich?

Definition in einem Satz: Eine Gehaltserhöhung ist zusätzlicher Barlohn, eine arbeitgeberfinanzierte bKV ist Arbeitslohn in Form von Versicherungsschutz, also ein Sachbezug. Barlohn ist nach § 19 EStG lohnsteuerpflichtig und nach § 14 Abs. 1 SGB IV beitragspflichtiges Arbeitsentgelt, egal unter welcher Bezeichnung er gezahlt wird.

Für die bKV hat der Bundesfinanzhof entschieden: Kann der Beschäftigte nach dem Arbeitsvertrag nur Versicherungsschutz verlangen und keine Geldzahlung, liegt Sachlohn vor (BFH, Urteil vom 07.06.2018, VI R 13/16). Die Finanzverwaltung nennt Krankenversicherungsschutz, den der Arbeitgeber abschließt, ausdrücklich als Sachbezug (BMF-Schreiben vom 15.03.2022, Rn. 6). Ein Geldzuschuss, den Beschäftigte für eine selbst abgeschlossene Versicherung bekommen, bleibt dagegen Barlohn (BFH, Urteil vom 04.07.2018, VI R 16/17).

Damit gilt für die bKV die monatliche Freigrenze von 50 Euro für alle Sachbezüge zusammen (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG), die über § 3 Abs. 1 Satz 4 SvEV auch für die Sozialversicherung gilt. Für eine Gehaltserhöhung gibt es keine vergleichbare Grenze. Wie die Freigrenze genau funktioniert, steht im Ratgeber zum 50-Euro-Sachbezug.

Welche Abgaben fallen 2026 auf eine Gehaltserhöhung an?

Auf jeden Euro Gehaltserhöhung zahlen Beschäftigte Lohnsteuer, gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer sowie ihren Anteil an der Sozialversicherung. Du zahlst zusätzlich deinen Arbeitgeberanteil. Die Krankenversicherungsbeiträge einschließlich des kassenindividuellen Zusatzbeitrags tragen beide Seiten je zur Hälfte (§ 249 Abs. 1 SGB V).

Oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen fällt auf den zusätzlichen Euro kein Beitrag mehr an. 2026 liegt die Grenze in der Kranken- und Pflegeversicherung bei 5.812,50 Euro im Monat, in der Renten- und Arbeitslosenversicherung bei 8.450 Euro im Monat (Sozialversicherungsrechengrößen 2026).

Beitragssätze zur Sozialversicherung 2026 (allgemeiner Fall)
ZweigBeitragssatz gesamtAnteil BeschäftigteAnteil ArbeitgeberQuelle
Krankenversicherung, allgemeiner Satz14,6 %7,3 %7,3 %§ 241, § 249 SGB V
Zusatzbeitrag (Durchschnitt 2026, je Kasse verschieden)2,9 %1,45 %1,45 %BMG, BAnz 10.11.2025
Pflegeversicherung3,6 %1,8 % (Kinderlose ab 23 Jahren 2,4 %)1,8 %BMG, § 55 Abs. 3 SGB XI
Rentenversicherung18,6 %9,3 %9,3 %DRV, Rechengrößen 2026
Arbeitslosenversicherung2,6 %1,3 %1,3 %§ 341 Abs. 2 SGB III
Summe unterhalb der BBG Krankenversicherung42,3 %21,15 %21,15 %eigene Addition

In Sachsen tragen Beschäftigte 2,3 % und Arbeitgeber 1,3 % der Pflegeversicherung (BMG). Für Arbeitgeber kommen Umlagen und Beiträge zur Unfallversicherung hinzu, die hier nicht enthalten sind. Ab dem zweiten Kind unter 25 Jahren gelten Abschläge in der Pflegeversicherung (§ 55 Abs. 3 SGB XI).

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Rechenbeispiel: 50 Euro Budget als Gehalt oder als bKV

Das Beispiel geht von einem festen Arbeitgeberbudget von 50 Euro je Beschäftigtem und Monat aus. Bei der Gehaltserhöhung muss dein Arbeitgeberanteil aus diesem Budget mitbezahlt werden, deshalb ist die Bruttoerhöhung kleiner als 50 Euro. Bei der bKV entspricht der Beitrag dem Budget. Die 50 Euro sind ein Annahmewert, kein Tarifbeitrag eines Versicherers.

Weitere Annahmen: gesetzlich krankenversichert, ein Kind, Durchschnitts-Zusatzbeitrag 2,9 Prozent, keine weiteren Sachbezüge im Monat. Die Steuerbelastung auf den Erhöhungsbetrag ist pauschal angenommen (28, 40 und 42 Prozent einschließlich Zuschlägen); die tatsächliche Lohnsteuer hängt von Steuerklasse, Freibeträgen und Kirchensteuer ab und rechnet deine Lohnbuchhaltung.

Beispiel mit Annahmewerten: Was von 50 Euro Arbeitgeberbudget im Monat ankommt
VarianteBrutto bzw. BeitragArbeitgeberanteil SVAbzüge Beschäftigte (SV + Steuer)Kommt an
Gehaltserhöhung, Gehalt unter 5.812,50 Euro41,27 Euro8,73 Euro8,73 + 11,56 Euro20,98 Euro netto
Gehaltserhöhung, Gehalt zwischen 5.812,50 und 8.450 Euro45,21 Euro4,79 Euro4,79 + 18,08 Euro22,34 Euro netto
Gehaltserhöhung, Gehalt über 8.450 Euro50,00 Euro0 Euro0 + 21,00 Euro29,00 Euro netto
bKV als Sachbezug innerhalb der Freigrenze50,00 Euro0 Euro0 Euro50 Euro Versicherungsschutz

Annahmewerte, keinem Versicherer zugeordnet. Sozialversicherung nach den Sätzen 2026 (21,15 % je Seite unter der BBG KV, 10,6 % je Seite zwischen BBG KV und BBG RV). Ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

Umgekehrt gerechnet: Damit unterhalb der Bemessungsgrenze 50 Euro netto ankommen, braucht es bei diesen Annahmen rund 98 Euro brutto, und dich kostet das rund 119 Euro im Monat.

Was das Rechenbeispiel nicht zeigt

Die Netto-Rechnung vergleicht Geld mit Versicherungsschutz. Geld können Beschäftigte frei ausgeben. Den Wert der bKV spüren sie erst, wenn sie Leistungen nutzen, etwa eine Brille, Zahnreinigung oder Vorsorge aus einem Gesundheitsbudget. Wer im Jahr nichts in Anspruch nimmt, hat finanziell nichts davon.

Zweiter Unterschied: Eine Gehaltserhöhung erhöht das beitragspflichtige Entgelt, eine bKV innerhalb der Freigrenze nicht. Daran hängen Leistungen der Sozialversicherung. Entgeltpunkte in der Rente ergeben sich aus der Beitragsbemessungsgrundlage (§ 70 Abs. 1 SGB VI), das Krankengeld aus dem Arbeitsentgelt, „soweit es der Beitragsberechnung unterliegt“ (§ 47 Abs. 1 SGB V), das Arbeitslosengeld aus dem beitragspflichtigen Arbeitsentgelt (§ 151 Abs. 1 SGB III). Eine zusätzlich gewährte bKV senkt diese Werte nicht, sie erhöht sie aber auch nicht.

Für dich sind beide Wege Betriebsausgaben, weil sie durch den Betrieb veranlasst sind (§ 4 Abs. 4 EStG). Unterschiedlich ist die Bindung: Eine Gehaltserhöhung steht in der Regel dauerhaft im Arbeitsvertrag. Die bKV hängt am Gruppenvertrag und an deiner Zusage an die Beschäftigten; Laufzeiten und Kündigung erklärt der Ratgeber bKV kündigen und wechseln. Mögliche Beitragsanpassungen in der Zukunft trägst bei der bKV du (siehe Beitragsanpassung).

Wann die Rechnung zugunsten der Gehaltserhöhung kippt

Der Vorteil der bKV hängt an der Freigrenze. Die 50 Euro sind eine Freigrenze, kein Freibetrag: Wird sie auch nur um einen Cent überschritten, ist der gesamte Sachbezug des Monats steuer- und beitragspflichtig (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG, BFH VI R 13/16). Hast du die Grenze schon mit einer Gutscheinkarte oder einem Tankgutschein belegt, entfällt der Abgabenvorteil der bKV.

Dann bleibt die Pauschalierung nach § 37b Abs. 2 EStG mit 30 Prozent Lohnsteuer, die du trägst. Die Zuwendung bleibt dabei sozialversicherungspflichtig, weil die SvEV nur Zuwendungen an Arbeitnehmer Dritter ausnimmt. Der Abstand zur Gehaltserhöhung schrumpft damit deutlich.

  • Freigrenze belegt: Der Abgabenvorteil schrumpft, Varianten im Ratgeber zur bKV-Steuer.
  • Gehaltsumwandlung statt Erhöhung: keine Lösung. Wird Bruttogehalt zugunsten der bKV gekürzt, sehen die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung die Leistung regelmäßig als nicht zusätzlich an, und § 37b ist ausgeschlossen. Den sauberen Weg mit Eigenbeitrag erklärt die arbeitnehmerfinanzierte bKV.
  • Übergangsbereich: Bei Entgelten bis 2.000 Euro im Monat (§ 20 Abs. 2 SGB IV) zahlen Beschäftigte reduzierte Beiträge; eine Gehaltserhöhung kommt dort anders an als im Beispiel. Die Lohnbuchhaltung rechnet das im Einzelfall.
  • Kleines Team: Gruppenverträge setzen eine Mindestzahl Versicherter voraus, Details im Ratgeber zur bKV für kleine Unternehmen.

bKV oder Gehaltserhöhung: Wann passt was?

Entscheidend sind die freie Freigrenze, das Gehaltsniveau und das, was deine Beschäftigten wollen. Die Übersicht ordnet typische Ausgangslagen ein.

Entscheidungshilfe für Arbeitgeber
AusgangslageEher GehaltserhöhungEher bKV
50-Euro-Freigrenzeschon durch andere Sachbezüge belegtnoch frei
Zieleinzelne Personen gezielt besser bezahlenganzer Betrieb oder klar abgegrenzte Gruppe
Wunsch der Belegschaftvor allem frei verfügbares GeldGesundheitsleistungen, die die gesetzliche Kasse nicht zahlt
Gehaltsniveauüber den Bemessungsgrenzen (weniger Abgaben auf Gehalt)unter der Bemessungsgrenze der Krankenversicherung
AbsicherungRente und Krankengeld sollen mitwachsenZusatzschutz ohne Wirkung auf das Netto
PlanungErhöhung dauerhaft im Vertrag gewolltfester Monatsbeitrag je Person, Anpassungsrisiko eingeplant

Einordnung ohne Gewähr für den Einzelfall. Beide Wege lassen sich kombinieren.

Was Beschäftigte sagen

In einer Civey-Befragung im Auftrag des PKV-Verbands vom 26. bis 30.01.2026 (2.500 Befragte) würden 68,3 Prozent eine bKV vom Arbeitgeber begrüßen. 55,0 Prozent halten eine arbeitgeberfinanzierte bKV für wertvoller als andere Zusatzleistungen wie Nahverkehrstickets oder ein Diensthandy (PKV-Verband, Pressemitteilung vom 03.02.2026).

Eine belastbare Zahl zum direkten Vergleich mit einer Gehaltserhöhung haben wir an der Primärquelle nicht gefunden. Frag deshalb im eigenen Betrieb nach. Wie du die bKV danach vorstellst, beschreibt der Ratgeber Mitarbeiter informieren. Die Abwägung aus Sicht der Unternehmensführung findest du unter Lohnt sich eine bKV?.

So entscheidest du in fünf Schritten

Mit diesen Schritten kommst du von der Frage zu einer belastbaren Entscheidung:

  1. Budget festlegen: Welcher Betrag je Person und Monat ist dauerhaft drin, einschließlich Reserve für Anpassungen?
  2. Freigrenze prüfen: Welche Sachbezüge laufen schon? Bleibt die Summe mit der bKV bei höchstens 50 Euro?
  3. Netto rechnen lassen: Die Lohnbuchhaltung rechnet die Gehaltserhöhung für zwei bis drei typische Gehälter mit echter Steuerklasse.
  4. Bedarf abfragen: Wollen die Beschäftigten Geld oder Gesundheitsleistungen? Welche Leistungen würden sie nutzen?
  5. Angebote vergleichen: Für die bKV passende Tarife und Budgetstufen vergleichen, zum Beispiel über den bKV-Vergleich oder eine unverbindliche Anfrage.

Häufige Fragen

Ist eine bKV besser als eine Gehaltserhöhung?

Sie kommt ohne Abzüge an, wenn sie innerhalb der 50-Euro-Freigrenze bleibt, aber als Versicherungsschutz und nicht als Geld. Eine Gehaltserhöhung ist frei verfügbar, aber von deinem Budget kommt unterhalb der Bemessungsgrenze nur gut 40 Prozent netto an (im Beispiel 20,98 von 50 Euro). Welche Lösung besser ist, hängt vom Bedarf der Beschäftigten ab.

Wie viel kostet mich eine Gehaltserhöhung von 50 Euro brutto?

Unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung zahlst du 2026 rund 21,15 Prozent Arbeitgeberanteil dazu, also etwa 60,58 Euro, zuzüglich Umlagen und Unfallversicherung. Über 8.450 Euro Monatsgehalt fallen auf die Erhöhung keine Sozialversicherungsbeiträge mehr an.

Kann ich statt einer Gehaltserhöhung die bKV über Gehaltsverzicht finanzieren?

Davon ist abzuraten. Eine Gehaltsumwandlung ist für die bKV gesetzlich nicht vorgesehen, die Sozialversicherung sieht neue Leistungen nach einem Entgeltverzicht regelmäßig als nicht zusätzlich an, und die Pauschalierung nach § 37b EStG ist ausgeschlossen. Plane die bKV zusätzlich zum Gehalt.

Was passiert, wenn ich schon einen 50-Euro-Gutschein zahle?

Dann ist die Freigrenze belegt. Mit der bKV zusammen wären alle Sachbezüge des Monats steuer- und beitragspflichtig, weil es eine Freigrenze und kein Freibetrag ist. Du kannst den Gutschein verkleinern, die bKV nach § 37b EStG pauschal versteuern oder ein Modell mit Eigenbeitrag wählen.

Bekommen Beschäftigte mit der bKV weniger Rente als mit einer Gehaltserhöhung?

Eine zusätzlich gewährte bKV senkt die Rentenansprüche nicht. Sie erhöht sie aber auch nicht, weil sie innerhalb der Freigrenze kein beitragspflichtiges Entgelt ist; Entgeltpunkte entstehen nur aus der Beitragsbemessungsgrundlage (§ 70 SGB VI). Eine Gehaltserhöhung unterhalb der Bemessungsgrenze erhöht die Rentenanwartschaft.

Lohnt sich die bKV auch für Gutverdiener?

Oberhalb der Bemessungsgrenzen fallen auf eine Gehaltserhöhung keine oder weniger Sozialversicherungsbeiträge an, die Lohnsteuer ist aber meist höher. Der Abgabenvorteil der bKV bleibt deshalb bestehen, solange die Freigrenze frei ist. Im Beispiel kommen über 8.450 Euro Gehalt von 50 Euro Budget 29 Euro netto an.

Kann ich bKV und Gehaltserhöhung kombinieren?

Ja. Du kannst die Freigrenze für die bKV nutzen und die Gehaltsentwicklung getrennt davon regeln. Wichtig ist nur, dass die bKV zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gewährt wird und nicht aus einer Kürzung des Gehalts finanziert ist.

Quellen & Einordnung

Redaktioneller Stand: 2. November 2026. Die Hinweise unterstützen deine Planung und ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall. Maßgeblich für Leistungen und Aufnahme sind das individuelle Angebot und die zugehörigen Bedingungen.

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