WISSEN FÜR ARBEITGEBER

bKV für Angehörige: Partner und Kinder mitversichern

Sobald die bKV im Betrieb läuft, fragen Beschäftigte oft, ob auch Partner und Kinder hinein können. Hier siehst du, was die Versicherer zu Angehörigen veröffentlichen, wer die Beiträge trägt, welche Fristen für den Verzicht auf die Gesundheitsprüfung gelten und was das für dich als Arbeitgeber steuerlich und organisatorisch bedeutet.

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LESEZEIT
Stand 31. Oktober 2026
KURZ ERKLÄRT

Die meisten bKV-Versicherer nehmen Ehe- oder Lebenspartner und Kinder der Beschäftigten auf, in der Regel gegen einen eigenen Beitrag der Beschäftigten und teils ohne Gesundheitsprüfung, wenn die Anmeldung in einer Frist erfolgt (Versichererangaben, Stand 31.10.2026). Zahlen die Beschäftigten den vollen Beitrag selbst, entsteht nach dem Wortlaut von § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG kein steuerpflichtiger Vorteil. Übernimmt der Arbeitgeber die Beiträge für Angehörige, sind sie nach § 2 Abs. 2 Nr. 3 LStDV Arbeitslohn des Beschäftigten; das ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

Können Angehörige in die betriebliche Krankenversicherung?

Definition in einem Satz: Angehörige in der bKV sind Ehe- oder Lebenspartner und Kinder deiner Beschäftigten, die über den Gruppenvertrag deines Betriebs eigenen Versicherungsschutz erhalten, meist zu den Gruppenkonditionen, aber in der Regel auf Kosten der Beschäftigten. Die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Krankenversicherung selbst gilt nur für Beschäftigte; Angehörige kommen über eine Öffnung des Vertrags oder über eigene Angehörigen-Tarife dazu.

Fast alle geprüften Versicherer sehen eine solche Öffnung vor. Ausnahmen gibt es: ottonova schreibt auf der Arbeitgeberseite, Angehörige könnten „im Moment noch nicht“ mitversichert werden, die Option sei geplant. Bei der Hallesche läuft die Absicherung über einen eigenen Angehörigen-Tarif.

Wer als Angehöriger gilt, steht in den Bedingungen. Barmenia, die UKV und der Münchener Verein nennen Ehepartner, Lebenspartner und Kinder bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, der Münchener Verein bei Kindern zusätzlich die Unterhaltsberechtigung. Die HanseMerkur nimmt Ehegatten, Partner und Kinder „ohne Altersbegrenzung“ auf. Eltern oder Geschwister nennt keiner der geprüften Versicherer für die Krankenzusatzversicherung.

Angehörige je Versicherer im Überblick

Die Tabelle fasst zusammen, was die Versicherer selbst zu Angehörigen veröffentlichen. Sie ist keine Rangfolge, und sie enthält bewusst keine Beiträge. Maßgeblich sind der Gruppenvertrag und die Tarifbedingungen deines Angebots.

Angehörige in der bKV laut Versicherer (abgerufen 21.10. bis 31.10.2026)
VersichererAngehörige möglichWer zahlt laut VersichererGesundheitsprüfung
Allianzja, Tarife MeineGesundheit, MeinZahnschutz, Vorsorge, Reiseauf der Arbeitgeberseite nicht genanntkeine bei Anmeldung innerhalb von 12 Monaten
Signal Idunaja, Budget-VariantenBeschäftigtein einzelnen Tarifen erforderlich
HanseMerkurja, außer Tarif BWLFAQ: Arbeitgeber, Versicherung „obligatorisch“keine (außer BWL)
Barmeniaja, auch über EF-Tarife (eigenfinanziert)Beschäftigte (EF-Tarife)vereinfachter Antrag, Klinik mit gestaffelter Prüfung
DKVjanicht genannt; im arbeitnehmerfinanzierten Rahmenvertrag die Beschäftigtenim Rahmenvertrag teilweise ohne
Hallescheja, Tarif FEELfree_friendsAngehörige bzw. Beschäftigte, eigener Beitragkeine, aber Wartezeiten 3 bzw. 8 Monate
Continentaleja, wenn du die ConCEPT-Tarife öffnestBeschäftigte (Arbeitgeber bleibt Versicherungsnehmer)keine innerhalb von drei Monaten
Münchener Vereinja, arbeitnehmerfinanzierte VarianteBeschäftigte, Lastschrift vom eigenen Kontokeine in den ersten drei Monaten
R+VjaBeschäftigte sind Versicherungsnehmernicht veröffentlicht
UKVjaeigener Beitraggegebenenfalls ohne
Debekaja, wenn du es anbietestnicht genanntohne zusätzliche, Anmeldefrist drei Monate
SDKjanicht genanntohne, wenn auch die Beschäftigten ohne aufgenommen werden
ottonovaderzeit nicht––

Quellen: Produktseiten, FAQ, Broschüren und Bedingungen der Versicherer (siehe Quellenliste). Den HanseMerkur-Wortlaut zur Pflichtversicherung von Angehörigen haben wir am 31.10.2026 erneut gelesen; er steht im FAQ, die übrige Seite spricht von „mitversichert werden“. Lass dir die Regel im Angebot schriftlich bestätigen.

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Wer zahlt die Beiträge für Angehörige?

Im Markt gibt es drei Modelle. Im Regelfall zahlen die Beschäftigten den Beitrag für ihre Angehörigen selbst. Signal Iduna formuliert das ausdrücklich: Die Beschäftigten übernehmen die Beiträge für die Familienangehörigen. Bei R+V ist der Beschäftigte laut Bedingungen Versicherungsnehmer für seine Angehörigen, die Beiträge laufen per SEPA-Lastschrift. Bei der Continentale bleibst du Versicherungsnehmer, Beitragszahler ist der Beschäftigte.

Das zweite Modell ist die Übernahme durch den Arbeitgeber. Die HanseMerkur schreibt im FAQ, bei Familienangehörigen erfolge die Versicherung obligatorisch und die Beiträge übernehme der Arbeitgeber. Das hat Folgen für Kosten und Lohnabrechnung und gehört vor dem Abschluss ins Angebot.

Das dritte Modell betrifft nur Services: Allianz, Barmenia und AXA öffnen Gesundheitsservices wie Telemedizin, Facharzt-Terminservice oder Gesundheitstelefon auch für Familienangehörige, ohne dass diese selbst versichert sind. Bei der HanseMerkur dürfen Versicherte und ihre Familienangehörigen den Online-Arzt und den Online-Hautarzt bis zu zweimal im Jahr budgetunabhängig nutzen.

Einen Abzug vom Gehalt als Zahlweg nennt keiner der geprüften Versicherer; belegt sind Lastschrift oder Direktzahlung an den Versicherer. Mehr zu den Modellen steht unter arbeitnehmerfinanzierte bKV.

Steuer und Sozialversicherung bei Angehörigen

Zahlen Beschäftigte den vollen Beitrag für Angehörige selbst, entsteht nach dem Gesetzeswortlaut kein Vorteil, der versteuert oder auf die 50-Euro-Grenze angerechnet werden müsste: § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG stellt auf den Vorteil „nach Anrechnung der vom Steuerpflichtigen gezahlten Entgelte“ ab. Eine Verwaltungsaussage speziell zur Angehörigen-bKV gibt es nicht; das ist unsere Einschätzung aus dem Wortlaut.

Ein Restrisiko bleibt beim Gruppenrabatt. Preisvorteile von dritter Seite können nach BMF-Schreiben vom 20.01.2015 Arbeitslohn sein, wenn der Arbeitgeber aktiv mitwirkt, ausdrücklich genannt ist eine „Inkassotätigkeit“. Kein Arbeitslohn liegt vor, wenn der Rabatt überwiegend im eigenwirtschaftlichen Interesse des Versicherers liegt oder auch einem weiteren Personenkreis offensteht.

Übernimmst du die Beiträge für Angehörige, ist das Arbeitslohn deines Beschäftigten. § 2 Abs. 2 Nr. 3 LStDV zählt dazu ausdrücklich Ausgaben, die der Arbeitgeber leistet, um einen Arbeitnehmer „oder diesem nahestehende Personen“ für den Fall der Krankheit abzusichern. Nach unserer Einschätzung läuft dieser Vorteil bei Sachbezug in denselben monatlichen 50-Euro-Topf wie der Beitrag für den Beschäftigten selbst, weil die Freigrenze alle Sachbezüge eines Monats zusammenfasst. Wird sie überschritten, ist der gesamte Betrag steuer- und beitragspflichtig, nicht nur der übersteigende Teil.

Merksatz: Arbeitnehmerfinanzierte Angehörigen-Tarife belasten die 50-Euro-Grenze nach dem Gesetzeswortlaut nicht. Arbeitgeberfinanzierte Beiträge für Angehörige sind Arbeitslohn des Beschäftigten und können die Grenze sprengen. Die Grundlagen stehen unter bKV und Steuer und 50-Euro-Sachbezug; das ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

Gesundheitsprüfung und Fristen: worauf es ankommt

Beschäftigte werden in der arbeitgeberfinanzierten bKV meist ohne Gesundheitsprüfung aufgenommen. Für Angehörige gilt das oft nur in einem Zeitfenster. Die Allianz nennt zwölf Monate, Debeka eine Anmeldefrist von drei Monaten, Continentale und Münchener Verein drei Monate ohne Gesundheitsprüfung. Signal Iduna verlangt in einzelnen Tarifen eine individuelle Prüfung.

Bei der SDK hängt die Regel an der Belegschaft: Entfallen die Gesundheitsfragen für die Beschäftigten, können auch deren Angehörige ohne Gesundheitsfragen aufgenommen werden. Dafür verlangt die SDK einen einheitlichen Versicherungsumfang, einen einheitlichen Beginn und eine Mindestdurchdringung. Die Hallesche verzichtet bei FEELfree_friends auf die Gesundheitsprüfung, sieht aber Wartezeiten vor: drei Monate etwa für Sehhilfen, Heil- und Hilfsmittel, acht Monate für Zahnbehandlung und Zahnersatz.

Für dich als Arbeitgeber folgt daraus vor allem eine Kommunikationsaufgabe. Wer die Frist nicht kennt, verpasst sie, und spätere Anträge laufen dann in der Regel über eine Gesundheitsprüfung oder gar nicht. Nimm die Angehörigen-Frist deshalb in die Einführungsinformation auf, wie unter Mitarbeiter informieren beschrieben.

Veröffentlichte Fristen für Angehörige ohne Gesundheitsprüfung (Versichererangaben)
VersichererRegel laut Versicherer
Allianzinnerhalb von 12 Monaten ohne Gesundheitsprüfung
DebekaAnmeldefrist drei Monate, ohne zusätzliche Gesundheitsprüfung
Continentaleohne Gesundheitsprüfung und Wartezeit innerhalb von drei Monaten
Münchener Vereinin den ersten drei Monaten ohne Gesundheitsprüfung
SDKohne Gesundheitsfragen, wenn sie auch für die Beschäftigten entfallen
Hallesche (FEELfree_friends)ohne Gesundheitsprüfung, Wartezeiten 3 bzw. 8 Monate

Fristbeginn (Vertragsbeginn, eigener Versicherungsbeginn des Beschäftigten oder Eintritt in den Betrieb) unterscheidet sich je Versicherer; im Angebot klären.

Was passiert bei Austritt, Kündigung oder Trennung?

Der Schutz der Angehörigen hängt am Beschäftigten. Bei R+V ist der Beschäftigte Versicherungsnehmer für seine Angehörigen; scheidet er aus dem Kreis der Berechtigten aus, betrifft das auch deren Verträge. Beim Münchener Verein endet die Versicherungsfähigkeit mit Altersrente oder dem 70. Lebensjahr, binnen zwei Monaten nach Ausscheiden kann die versicherte Person die Fortsetzung zu Einzelversicherungsbedingungen verlangen.

Barmenia regelt in den EF-Tarifen, dass die Versicherungsfähigkeit auch dann bestehen bleibt, wenn die Rahmenvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Barmenia endet. Ob eine Fortführung für Angehörige zu Gruppenkonditionen oder nur zu Einzelbedingungen möglich ist, veröffentlichen die meisten Versicherer nicht; frag das im Angebot ab. Grundsätzliches zu Fristen findest du unter bKV kündigen oder wechseln. Was für die Beschäftigten selbst beim Austritt und in der Elternzeit gilt, steht unter bKV bei Elternzeit, Krankheit und Austritt.

Angehörige öffnen: Ablauf für Arbeitgeber

Die Öffnung für Angehörige kostet dich bei arbeitnehmerfinanzierten Tarifen in der Regel keine Beiträge, erzeugt aber etwas Abstimmung. Diese Schritte haben sich aus den Bedingungen der Versicherer ergeben:

  1. Im Angebot klären, ob Angehörige möglich sind, wer zahlt und wer Versicherungsnehmer wird (du oder der Beschäftigte).
  2. Kreis der Angehörigen festhalten: Partner, Kinder, Altersgrenze, Nachweise.
  3. Frist für die Anmeldung ohne Gesundheitsprüfung und deren Beginn schriftlich festhalten.
  4. Zahlweg klären: Lastschrift direkt beim Versicherer statt Abzug vom Gehalt, damit die Lohnabrechnung unberührt bleibt.
  5. Wenn du Angehörigen-Beiträge selbst übernehmen willst: vorher mit der Steuerberatung die Wirkung auf die 50-Euro-Grenze prüfen.
  6. Beschäftigte mit der Einführungsinformation über Angehörigen-Option, Frist und Kosten informieren.

Wenn du schon eine bKV hast und Angehörige nachträglich öffnen willst, prüf zuerst, ob dein Versicherer das im laufenden Vertrag zulässt. Für eine neue Einführung hilft die Anleitung in sieben Schritten.

Lohnt sich die Angehörigen-Option für den Betrieb?

Für Beschäftigte mit Familie ist die Option oft der greifbarste Teil der bKV, weil sie Gruppenkonditionen und je nach Versicherer den Verzicht auf die Gesundheitsprüfung auch für Partner und Kinder bekommen. Für dich entstehen bei arbeitnehmerfinanzierten Tarifen keine Beiträge, aber Informationsaufwand.

Wichtiger als die Frage „ob“ ist die Frage „wie“: Ein Tarif, der Angehörige nur mit Gesundheitsprüfung aufnimmt, bringt Familien mit Vorerkrankungen wenig. Vergleiche daher Frist, Prüfung und Zahlweg mit, wenn du Angebote nebeneinanderlegst. Die Tarife im Überblick findest du im bKV-Vergleich; ein Angebot mit Angehörigen-Option kannst du über die Anfrage anstoßen.

Häufige Fragen

Kann ich als Arbeitgeber die Familie meiner Mitarbeiter in die bKV aufnehmen?

Ja, die meisten Versicherer sehen eine Öffnung für Ehe- oder Lebenspartner und Kinder vor. Meist zahlen die Beschäftigten den Beitrag für ihre Angehörigen selbst, teils mit Verzicht auf die Gesundheitsprüfung innerhalb einer Frist. ottonova bietet die Mitversicherung derzeit nicht an.

Muss ich die Beiträge für Angehörige bezahlen?

In der Regel nicht. Signal Iduna, Barmenia mit den EF-Tarifen, Continentale, Münchener Verein, UKV und R+V beschreiben eigene Beiträge der Beschäftigten. Die HanseMerkur nennt im FAQ eine obligatorische, vom Arbeitgeber bezahlte Versicherung der Angehörigen; lass dir das im Angebot bestätigen.

Ist die bKV für Angehörige steuerfrei?

Zahlt der Beschäftigte den vollen Beitrag selbst, entsteht nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG kein Vorteil, der versteuert werden müsste. Zahlt der Arbeitgeber, ist das nach § 2 Abs. 2 Nr. 3 LStDV Arbeitslohn des Beschäftigten und kann die 50-Euro-Grenze überschreiten. Das ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

Brauchen Angehörige eine Gesundheitsprüfung?

Das hängt vom Versicherer und von der Frist ab. Die Allianz nennt zwölf Monate ohne Gesundheitsprüfung, Debeka, Continentale und Münchener Verein drei Monate. Signal Iduna verlangt in einzelnen Tarifen eine Prüfung, bei der SDK entfällt sie nur, wenn sie auch für die Beschäftigten entfällt.

Bis zu welchem Alter sind Kinder mitversichert?

Barmenia, UKV und Münchener Verein nennen Kinder bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, der Münchener Verein bei Unterhaltsberechtigung. Die HanseMerkur nimmt Kinder ohne Altersgrenze auf. Andere Versicherer veröffentlichen die Grenze nicht; sie steht dann in den Tarifbedingungen.

Was passiert mit dem Schutz der Angehörigen, wenn der Mitarbeiter kündigt?

Der Schutz hängt am Beschäftigten. Einige Versicherer erlauben die Fortsetzung zu Einzelversicherungsbedingungen, beim Münchener Verein binnen zwei Monaten nach Ausscheiden. Für Angehörige veröffentlichen die meisten Versicherer keine eigene Regel, deshalb gehört die Frage ins Angebot.

Können Angehörige die Gesundheitsservices nutzen, ohne versichert zu sein?

Bei mehreren Versicherern ja. Allianz, Barmenia und AXA öffnen Services wie Telemedizin oder Facharzt-Terminservice für Familienangehörige. Bei der HanseMerkur dürfen Familienangehörige den Online-Arzt und Online-Hautarzt bis zu zweimal im Jahr nutzen.

Quellen & Einordnung

Redaktioneller Stand: 31. Oktober 2026. Die Hinweise unterstützen deine Planung und ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall. Maßgeblich für Leistungen und Aufnahme sind das individuelle Angebot und die zugehörigen Bedingungen.

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