WISSEN FÜR ARBEITGEBER

bKV bei Elternzeit, Krankheit und Austritt: was gilt

Elternzeit, Pflegezeit, Krankengeld oder Kündigung: Bei vielen Beschäftigten fällt irgendwann das Gehalt zeitweise weg, und jedes Arbeitsverhältnis endet einmal. Hier siehst du, was die Versicherer für diese Fälle regeln, welche Modelle es gibt, was steuerlich gilt und was HR beim Austritt erledigen muss.

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Stand 1. November 2026
KURZ ERKLÄRT

In Elternzeit, Pflegezeit und bei Krankengeldbezug läuft die bKV je nach Gruppenvertrag beitragsfrei weiter, mit unveränderter Beitragszahlung weiter oder sie wird abgemeldet; viele Versicherer befreien Elternzeit 12 bis 14 Monate und lange Arbeitsunfähigkeit ab dem 43. Tag (Versichererangaben, Stand 01.11.2026). Beim Austritt endet der arbeitgeberfinanzierte Schutz, die Beschäftigten können ihn meist ohne Gesundheitsprüfung auf eigene Kosten fortführen, oft nur binnen zwei Monaten. Ein gesetzliches Fortführungsrecht beim Ausscheiden gibt es nicht; es folgt aus den Vertragsbedingungen.

Was passiert mit der bKV, wenn das Gehalt wegfällt?

Definition in einem Satz: Eine entgeltfreie Zeit ist ein Zeitraum, in dem das Arbeitsverhältnis fortbesteht, du aber kein Gehalt zahlst, etwa in der Elternzeit, in der Pflegezeit, im unbezahlten Sonderurlaub oder nach Ende der Entgeltfortzahlung bei Krankheit. Die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall läuft nach § 3 Abs. 1 EFZG bis zu sechs Wochen, deshalb sprechen die Versicherer von Arbeitsunfähigkeit „ab dem 43. Tag“.

Für die betriebliche Krankenversicherung heißt das: Du bist Versicherungsnehmer und zahlst den Beitrag, auch wenn kein Lohn fließt. Was in dieser Zeit gilt, steht nicht im Gesetz, sondern im Gruppenvertrag und in den Tarifbedingungen. Drei Lösungen kommen vor: Beitragsbefreiung, Weiterzahlung oder Abmeldung.

Davon zu trennen ist das Ende des Arbeitsverhältnisses durch Kündigung, Aufhebungsvertrag, Rente oder Erwerbsminderung. Dann endet die Versicherung im Gruppenvertrag, und es geht nur noch um die Fortführung auf eigene Kosten.

Beitragsbefreiung in entgeltfreien Zeiten je Versicherer

Die Tabelle zeigt, was die Versicherer selbst veröffentlichen. Sie ist keine Rangfolge und enthält bewusst keine Beiträge. Ob die Befreiung im Beitrag enthalten ist oder als Zuschlag oder eigener Tarif dazukommt, unterscheidet sich; der Zuschlag ist Teil des Beitrags, den du zahlst.

Entgeltfreie Zeiten in der bKV laut Versicherer (abgerufen 21.10. bis 01.11.2026)
VersichererModellElternzeitPflegezeitArbeitsunfähigkeit
AXA (easy Premium)Beitragsbefreiungbis 12 Monatebis 6 Monateab dem 43. Tag bis 36 Monate
DKVBeitragsbefreiung im Beitrag enthalten (nicht BonusMed Pflege Plus)während Elterngeld, höchstens 14 Monate, nicht bei Elterngeld Plushöchstens 6 Monateab dem 43. Tag bis zur Berufsunfähigkeit
HanseMerkurBeitragsfreistellung gegen prozentualen Zuschlag, für das ganze Kollektiv je Tarif wählbarja (§ 15 BEEG)ja (§ 3 PflegeZG)mehr als 42 Tage; zusammen höchstens 12 Monate, erneut nach 24 Monaten
AllianzBeitragsbefreiung im Beitrag enthaltenja, Dauer auf der Produktseite nicht genanntnicht genanntnicht genannt
SDKAbmeldung oder Beitragsfreistellungstarif BFROmit BFRO beitragsfrei, sonst Abmeldung möglichnicht genanntnicht genannt
Hallesche (FEELfree)bKV-AIRbag: Beiträge laufen weiter, Verrechnung des Teils über 5 Prozent der Jahresbeitragssummejaja (PflegeZG, FPfZG)ja, bei Krankengeldbezug
BarmeniaTarifvarianten mit Beitragsbefreiung („+“) oder Fortführung auf eigene RechnungAnlässe der „+“-Varianten nicht veröffentlichtnicht veröffentlichtnicht veröffentlicht
Beispielvertrag (Bayerische Beamtenkrankenkasse)Beitragsbefreiung gegen Zusatzbeitragjaja, auch Sabbaticalnach Ende der Entgeltfortzahlung; zusammen höchstens 36 Monate am Stück

Quellen siehe Liste unten. „Nicht genannt“ heißt: auf den geprüften Seiten nicht veröffentlicht, nicht: nicht versichert. Verbindlich sind Gruppenvertrag und Tarifbedingungen deines Angebots.

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Drei Modelle: befreien, weiterzahlen oder abmelden

Bei der Beitragsbefreiung bleibt der Schutz bestehen und du zahlst für die Dauer der entgeltfreien Zeit nichts. Die Kosten dafür stecken entweder im laufenden Beitrag (laut Allianz und DKV) oder in einem Zuschlag (HanseMerkur) bzw. in einer eigenen Tarifvariante (Barmenia, SDK). Achte auf die Höchstdauer: Die gesetzliche Elternzeit kann nach § 15 Abs. 2 BEEG bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes dauern, die Befreiung endet bei AXA nach 12, bei der DKV nach 14 Monaten.

Bei der Weiterzahlung zahlst du den Beitrag unverändert. Die Hallesche hat daraus ein eigenes Verfahren gemacht: Mit dem bKV-AIRbag laufen die Beiträge weiter, An- und Abmeldungen entfallen. Das gilt für Elternzeit, Krankengeldbezug und Pflegezeit. Hast du in einem Kalenderjahr für entgeltfreie Zeiten mehr als 5 Prozent der jährlichen Beitragssumme weitergezahlt, verrechnet die Hallesche den übersteigenden Teil mit deinem Beitrag; melden musst du das bis zum 30.06. des Folgejahres.

Bei der Abmeldung endet der Gruppenschutz für die Zeit. Die SDK erlaubt die Abmeldung für die Elternzeit, bietet die Fortführung zu Firmenkonditionen auf eigene Kosten an und nimmt die Person danach ohne Gesundheitsprüfung wieder auf. Bei der Barmenia endet die Versicherung laut AVB mit dem Ruhen des Arbeitsverhältnisses; die Person kann für diese Zeit auf eigene Rechnung fortführen und nach der Elternzeit kann ihre Versicherung in deinem Vertrag erneut beantragt werden.

Merksatz: Abmelden ist nur dann unproblematisch, wenn die Wiederaufnahme ohne Gesundheitsprüfung schriftlich geregelt ist. Im geprüften Beispielvertrag ist eine Abmeldung erst nach der Höchstdauer der Befreiung vorgesehen, also nach 36 Monaten.

Elternzeit, Pflegezeit, Krankengeld: gesetzliche Dauer und bKV-Regel

Die gesetzlichen Höchstdauern zeigen, wo eine befristete Beitragsbefreiung enden kann, bevor die Auszeit vorbei ist. Daraus ergibt sich, was du im Angebot fragen solltest.

Gesetzliche Dauer entgeltfreier Zeiten und typische bKV-Regeln
AnlassGesetzliche GrundlageGesetzliche DauerBefreiung bei den geprüften Versicherern
Elternzeit§ 15 BEEGbis zur Vollendung des 3. Lebensjahres des Kindes12 Monate (AXA), 14 Monate (DKV), Beispielvertrag bis 36 Monate
Pflegezeit§§ 3, 4 PflegeZGhöchstens 6 Monate je Angehörigem, Anspruch nur bei mehr als 15 Beschäftigten6 Monate (AXA, DKV)
Arbeitsunfähigkeit§ 3 EFZGEntgeltfortzahlung bis 6 Wochen, danach Krankengeldab dem 43. Tag, 36 Monate (AXA) bis zur Berufsunfähigkeit (DKV)
Sabbatical, SonderurlaubVereinbarungfrei vereinbartnur bei einzelnen Versicherern genannt (HanseMerkur, Beispielvertrag)

Quellen: gesetze-im-internet.de und Versichererangaben, abgerufen 21.10. bis 01.11.2026.

Steuer und Sozialversicherung in der Elternzeit

Ist der Tarif beitragsbefreit, zahlst du in diesen Monaten keinen Beitrag; für den Lohnzettel gibt es dann nichts zu buchen. Zahlst du weiter, bleibt der Beitrag ein Sachbezug wie sonst auch: Die monatliche Freigrenze von 50 Euro nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG gilt unverändert, gemeinsam mit allen anderen Sachbezügen. Wie die bKV in der Lohnabrechnung läuft, erklären bKV und Steuer und der 50-Euro-Sachbezug.

Für die Sozialversicherung hilft § 23c Abs. 1 SGB IV: Leistungen des Arbeitgebers während des Bezugs von Krankengeld, Mutterschaftsgeld, Elterngeld oder Pflegeunterstützungsgeld gelten nicht als beitragspflichtiges Arbeitsentgelt, wenn sie zusammen mit der Sozialleistung das Nettoarbeitsentgelt um nicht mehr als 50 Euro im Monat übersteigen. Ob das in deinem Fall greift, hängt vom bisherigen Netto und den übrigen Zahlungen ab.

Diese Einordnung ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall. Kläre Sonderfälle wie Teilzeit in der Elternzeit oder weitere Sachbezüge mit deiner Steuerberatung.

Austritt: Kündigung, Rente und Fortführung

Endet das Arbeitsverhältnis, endet die arbeitgeberfinanzierte bKV. Ein gesetzliches Fortführungsrecht für das Ausscheiden haben wir nicht gefunden; die Versicherer räumen es vertraglich ein, meist ohne Gesundheitsprüfung und mit kurzer Antragsfrist. Die SDK, die Debeka, die Barmenia und die HanseMerkur nennen zwei Monate, bei der Barmenia ab Kenntnis von Fortführungsrecht und Ende. Danach erlischt das Recht.

Die Bedingungen unterscheiden zwischen den Anlässen. Bei der Barmenia können Beschäftigte, die wegen Alter oder Erwerbsunfähigkeit ausscheiden, die bisherigen bKV-Tarife auf eigene Rechnung fortführen; nach einer Kündigung durch dich oder die Beschäftigten geht es in vergleichbare Tarife der Barmenia. Die SDK bietet nach einem Arbeitsplatzwechsel Normalbeiträge, beim Eintritt in den Ruhestand Firmenkonditionen. Die HanseMerkur leistet für laufende Versicherungsfälle noch vier Wochen nach.

Endet die gesetzliche Krankenversicherung, etwa beim Wechsel in die private Vollversicherung, endet bei der Barmenia auch die bKV zum Monatsende. Die Übersicht aller Versicherer zur Fortführung und die Regeln bei Kündigung des ganzen Gruppenvertrags stehen unter bKV kündigen und wechseln. Mitversicherte Partner und Kinder hängen an der Versicherung der Beschäftigten, mehr dazu unter Angehörige in der bKV.

Checkliste für HR: entgeltfreie Zeit und Austritt

Die Meldungen laufen meist monatlich über das Portal des Versicherers. Im Beispielvertrag meldest du Beginn, Grund und Ende von Zeiten mit Beitragsbefreiung; Gesundheitsdaten erfährst du dabei nicht.

  1. Beginn melden: Elternzeit, Pflegezeit oder Krankengeldbezug mit Datum und Grund an den Versicherer, wenn dein Vertrag eine Befreiung vorsieht.
  2. Höchstdauer notieren: Endet die Befreiung vor der Auszeit, entscheide vorab, ob du weiterzahlst oder die Person fortführt.
  3. Beschäftigte informieren: schriftlich, was in der Auszeit gilt und ob der Schutz unverändert besteht.
  4. Rückkehr melden: Ende der entgeltfreien Zeit, damit der Beitrag wieder läuft oder die Person wieder aufgenommen wird.
  5. Austritt melden: Abmeldung zum Austrittsdatum, auch bei Rente und Erwerbsminderung.
  6. Fortführung ansprechen: im Austrittsgespräch auf das Fortführungsrecht und die Frist hinweisen. Im Beispielvertrag ist dieser Hinweis für Rente und Erwerbsminderung ausdrücklich vereinbart.

Was du vor Vertragsschluss klären solltest

Diese Regeln lassen sich vor dem Abschluss vergleichen, später kaum noch ändern. Nimm sie in den Anbietervergleich und in die Versorgungsordnung auf, die du beim Einführen der bKV festlegst. Eine Vorlage für die Information der Beschäftigten findest du unter Mitarbeiter informieren.

  • Welche Anlässe sind befreit (Elternzeit, Pflegezeit, Arbeitsunfähigkeit, Sabbatical), und wie lange jeweils?
  • Ist die Befreiung im Beitrag enthalten, als Zuschlag oder als eigene Variante, und gilt sie für alle Tarife?
  • Ist eine Abmeldung möglich, und ist die Wiederaufnahme ohne Gesundheitsprüfung geregelt?
  • Wie lang ist die Frist für die Fortführung nach dem Ausscheiden, und ab wann läuft sie?
  • Zu welchen Bedingungen wird fortgeführt: Firmenkonditionen, Einzeltarif, gleiche oder vergleichbare Tarife?

Du willst die Regeln für entgeltfreie Zeiten mehrerer Versicherer nebeneinander sehen? Anfrage stellen, wir vergleichen die Bedingungen für deinen Betrieb.

Häufige Fragen

Bleiben Beschäftigte in der Elternzeit in der bKV versichert?

Das regelt der Gruppenvertrag. Viele Versicherer befreien die Elternzeit von Beiträgen, AXA bis 12 Monate, die DKV während des Elterngeldbezugs bis 14 Monate. Bei der SDK kannst du stattdessen abmelden, die Person wird danach ohne Gesundheitsprüfung wieder aufgenommen.

Muss ich als Arbeitgeber in der Elternzeit weiter Beiträge zahlen?

Nur, wenn dein Vertrag keine Beitragsbefreiung vorsieht und du die Person nicht abmeldest. Bei Tarifen mit Befreiung zahlst du in dieser Zeit nichts. Bei der Hallesche laufen die Beiträge weiter; was über 5 Prozent der Jahresbeitragssumme hinausgeht, wird im Folgejahr verrechnet.

Was passiert mit der bKV bei langer Krankheit?

Nach sechs Wochen endet die Entgeltfortzahlung (§ 3 EFZG), danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Viele bKV-Tarife befreien ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit, AXA bis 36 Monate, die DKV bis zum Eintritt der Berufsunfähigkeit. Der Leistungsanspruch bleibt in dieser Zeit bestehen.

Kann ein Mitarbeiter die bKV nach der Kündigung behalten?

Meist ja, aber auf eigene Kosten. Die Versicherer räumen ein Fortführungsrecht ohne Gesundheitsprüfung ein, SDK, Debeka, Barmenia und HanseMerkur mit einer Frist von zwei Monaten. Wer die Frist verpasst, verliert das Recht.

Was gilt beim Eintritt in die Rente?

Die arbeitgeberfinanzierte bKV endet wie bei jedem Ausscheiden. Die SDK bietet Ruheständlern die Fortführung zu Firmenkonditionen an, die DKV in der Einzelversicherung ohne Gesundheitsprüfung. Den Beitrag zahlt dann die Person selbst.

Muss ich ausscheidende Mitarbeiter über die Fortführung informieren?

Eine gesetzliche Pflicht speziell für die bKV haben wir nicht gefunden. In einzelnen Gruppenverträgen ist sie vereinbart, im geprüften Beispielvertrag für Rente und Erwerbsminderung. Ein Hinweis im Austrittsgespräch kostet wenig und verhindert, dass die Frist unbemerkt abläuft.

Sind weitergezahlte bKV-Beiträge in der Elternzeit steuerfrei?

Sie bleiben ein Sachbezug und fallen unter die monatliche 50-Euro-Freigrenze nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG, zusammen mit anderen Sachbezügen. Sozialversicherungsrechtlich greift § 23c SGB IV, wenn das Nettoarbeitsentgelt nicht um mehr als 50 Euro überschritten wird. Das ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

Quellen & Einordnung

Redaktioneller Stand: 1. November 2026. Die Hinweise unterstützen deine Planung und ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall. Maßgeblich für Leistungen und Aufnahme sind das individuelle Angebot und die zugehörigen Bedingungen.

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